Campingplatz Sterne bewerten die Ausstattung eines Platzes auf einer Skala von 1 bis 5. In Deutschland vergeben der Deutsche Tourismusverband und der Bundesverband der Campingwirtschaft die Sterne auf freiwilliger Basis, daneben klassifiziert der ADAC nach eigenen Kriterien. Jedes Land in Europa rechnet anders.
Campingplatz Sterne messen Ausstattung und Zustand, nicht Lage, Stimmung oder Preis. Die DTV/BVCD-Klassifizierung in Deutschland ist freiwillig, kostenpflichtig und gilt 3 Jahre. Der ADAC prüft 5 Bereiche mit über 200 Kriterien und nennt Plätze mit 5 Sternen Superplatz. Frankreich klassifiziert über Atout France für 5 Jahre, Italien über die Regionen, Kroatien über das Tourismusministerium mit 2 bis 5 Sternen. Zwei Schilder mit gleicher Sternezahl aus zwei Systemen bedeuten deshalb nicht dasselbe. Für die Platzwahl zählen zusätzlich Lage, Stellplatzgröße, Sanitärzustand und aktuelle Gästebewertungen.
Was bedeuten die Sterne auf einem Campingplatz?
Campingplatz Sterne sind eine Einstufung der Ausstattung von 1 Stern für einfache Plätze bis 5 Sterne für Plätze mit erstklassiger Infrastruktur. Bewertet werden vor allem Sanitäranlagen, Stellplätze, Rezeption und Service. Lage, Atmosphäre und Preis fließen in keine der gängigen Klassifizierungen ein.
Hinter dem Wort Sterne stecken in Europa drei Arten von Systemen. Die erste Art sind offizielle oder verbandliche Klassifizierungen eines Landes, zum Beispiel die Sterne des Deutschen Tourismusverbands (DTV) oder die französische Einstufung durch Atout France. Die zweite Art sind Klassifikationen von Campingführern, allen voran die ADAC Klassifikation. Die dritte Art sind Gästebewertungen auf Buchungsportalen, die ebenfalls oft mit 5 Sternen arbeiten, aber nur Meinungen abbilden.
Diese drei Arten stehen nebeneinander auf Schildern, in Katalogen und auf Webseiten. Ein Platz trägt dann 4 Sterne vom DTV, 3,5 Sterne vom ADAC und 4,6 Sterne von den Gästen. Alle drei Angaben stimmen, weil jede etwas anderes misst.
Als grobe Orientierung für die deutsche Skala gilt diese Abstufung:
- 1 Stern: einfache Ausstattung, die Grundversorgung mit Sanitär und Strom ist vorhanden.
- 2 Sterne: zweckmäßige Ausstattung mit mittlerem Komfort.
- 3 Sterne: gute Ausstattung, gepflegte Sanitäranlagen, parzellierte Stellplätze.
- 4 Sterne: gehobene Ausstattung mit hochwertigem Sanitär und breitem Service.
- 5 Sterne: erstklassige Ausstattung mit Zusatzleistungen, zum Beispiel Komfortstellplätzen mit eigenem Wasser- und Abwasseranschluss.
Die Abstufung beschreibt den Komfort der Anlage. Ein Platz mit 2 Sternen an einem ruhigen See ist für eine Woche mit dem Zelt oft die passendere Wahl als eine Großanlage mit 5 Sternen an der Durchgangsstraße.
Wie funktioniert die DTV/BVCD-Klassifizierung in Deutschland?
Die DTV/BVCD-Klassifizierung ist das deutsche Sternesystem für Campingplätze. Der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland und der Deutsche Tourismusverband haben die Kriterien im Jahr 2000 gemeinsam entwickelt. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenpflichtig, vergeben werden 1 bis 5 Sterne für 3 Jahre.
Die Prüfung umfasst drei Bereiche. Im Bereich Rezeption und Service zählen Größe und Erreichbarkeit der Rezeption, Informationsmaterial, Fremdsprachen, Einfahrtskontrolle, Gastronomie und Verkauf. Im Bereich Sanitär zählen baulicher Zustand, Waschbecken, Duschen mit Warmwasser, Ausstattung der Toiletten, Raumklima, Beleuchtung, Sauberkeit, Waschmaschinen und Trockner, Kochgelegenheiten, eine Sanitäreinheit für Rollstuhlfahrer und die Abfallentsorgung. Im Bereich Standplätze zählen die Fläche je Stellplatz, Stromanschluss, Frisch- und Abwasseranschlüsse für Caravans und Wohnmobile, die Anordnung der Plätze sowie der Zustand von Stellflächen und Wegen.
Freizeitangebote wie Schwimmbad, Animation oder Sauna stehen in dieser Aufzählung nicht. Ein DTV-Stern beschreibt also die Grundfunktionen eines Campingplatzes: ankommen, stehen, duschen, entsorgen. Das macht die DTV-Sterne gut vergleichbar, erklärt aber auch, warum ein Platz ohne Pool 5 Sterne tragen kann.
Die Freiwilligkeit hat eine Folge, die viele Camper übersehen. Laut einem Überblick der Fachzeitschrift promobil waren 2016 rund 500 der etwa 3.600 Campingplätze in Deutschland nach DTV und BVCD klassifiziert. Die große Mehrheit der Plätze trägt demnach gar keine offiziellen Sterne. Ein Platz ohne Sterne ist kein schlechter Platz, sondern ein Platz, dessen Betreiber die Klassifizierung nicht beantragt hat.
Die Kosten trägt der Betreiber. Der Finanzdienstleister Finom nennt in einem Ratgeber für Campingplatzgründer Gebühren ab 300 Euro für die Klassifizierung. Der DTV selbst veröffentlicht auf seiner Seite keinen Betrag. Ein Team von Auditoren besucht den Platz zu einem vereinbarten Termin und gibt das Ergebnis direkt bekannt. Nach 3 Jahren läuft die Einstufung aus, danach ist eine neue Prüfung fällig. Ablauf und Kriterienkatalog beschreibt der Deutsche Tourismusverband auf seiner Seite zur Klassifizierung von Campingplätzen.
DTV-Sterne gelten 3 Jahre, französische Sterne 5 Jahre. Ein Schild an der Einfahrt oder ein Logo auf der Webseite sagt nichts darüber, ob die Einstufung noch gültig ist. Achte auf die Jahreszahl auf dem Schild oder frage beim Betreiber nach dem Datum der letzten Prüfung. Bei einem Betreiberwechsel oder nach einem Umbau ändert sich der Zustand eines Platzes schneller als seine Sterne.
Wie bewertet der ADAC Campingplätze und was ist ein Superplatz?
Die ADAC Klassifikation bewertet Campingplätze in 5 Bereichen: Sanitäreinrichtungen, Platzgelände, Versorgung, Freizeitangebote und Baden. Inspekteure prüfen laut PiNCAMP, dem Campingportal des ADAC, über 200 Ausstattungs- und Servicekriterien vor Ort. Ein ADAC Superplatz ist ein Campingplatz mit 5 Sternen in dieser Klassifikation.
Der Unterschied zum DTV liegt in den beiden Bereichen Freizeit und Baden. Der ADAC zählt Schwimmbad, Strand, Spielplätze, Sportanlagen und Animation mit. Ein Platz mit sehr guten Waschhäusern, aber ohne Badestelle und ohne Freizeitprogramm erreicht beim ADAC deshalb selten die höchste Stufe. Der ADAC arbeitet außerdem mit halben Sternen, die Skala ist also feiner.
Die Inspekteure sind laut PiNCAMP jedes Jahr in den Sommermonaten im Namen des ADAC auf den Plätzen unterwegs. Knapp 6.000 der rund 15.000 Campingplätze auf PiNCAMP tragen eine ADAC Klassifikation (Stand Mai 2026). Wie das Verfahren aufgebaut ist, beschreibt PiNCAMP auf der Seite zur ADAC Sterne-Klassifikation.
Die Zahlen zeigen, wie selten die höchste Stufe ist. Für das Jahr 2024 weist PiNCAMP 192 ADAC Superplätze in ganz Europa aus, darunter 46 in Frankreich, 38 in Italien, je 24 in Kroatien und Deutschland sowie 23 in den Niederlanden. Für 2026 listet PiNCAMP in Kroatien 26 Superplätze, drei davon sind neu dazugekommen.
Auch die Durchschnittswerte sind aufschlussreich. Die 1.158 klassifizierten Plätze in Deutschland kommen laut PiNCAMP auf durchschnittlich 3,3 Sterne, die 1.169 Plätze in Frankreich auf 3,6 Sterne und die 238 Plätze in den Niederlanden auf 3,9 Sterne (Stand der Auswertung: Dezember 2023). Ein deutscher Platz mit 3,5 ADAC-Sternen liegt damit bereits über dem Landesschnitt.
Die Gesamtzahl der ADAC-Sterne ist weniger nützlich als die Teilnoten. Zu jedem Platz zeigt die Klassifikation die Einzelbewertungen für Sanitär, Platzgelände, Versorgung, Freizeit und Baden. Wer mit dem Wohnwagen eine ruhige Woche ohne Kinder plant, schaut auf Sanitär und Platzgelände und ignoriert Freizeit und Baden. Familien gehen umgekehrt vor. Ein Platz mit 3 Sternen gesamt und sehr guter Sanitärnote passt für Ruhesuchende oft besser als ein Platz mit 4,5 Sternen, dessen Wertung vom Wasserpark kommt.


Wie unterscheiden sich Campingplatz-Sterne in Frankreich, Italien, den Niederlanden, Dänemark und Kroatien?
Campingplatz-Sterne folgen in jedem Land eigenen Regeln. Frankreich klassifiziert über die staatliche Agentur Atout France mit 1 bis 5 Sternen, Italien über seine 20 Regionen, Kroatien verpflichtend über das Tourismusministerium mit 2 bis 5 Sternen. Dänemark nutzt ein Verbandssystem, die Niederlande haben keine staatlichen Sterne.
| Land | Wer vergibt die Sterne? | Skala | Pflicht? | Gültigkeit |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | DTV und BVCD | 1 bis 5 Sterne | freiwillig, kostenpflichtig | 3 Jahre |
| Frankreich | Atout France, Prüfung durch akkreditierte Kontrollstellen | 1 bis 5 Sterne | freiwillig | 5 Jahre |
| Italien | die 20 Regionen | meist 1 bis 4 Sterne, in Venetien bis 5 | je nach Region | je nach Region |
| Niederlande | kein staatliches System belegt, Sterne aus Campingführern (ANWB, ADAC) | 1 bis 5 Sterne | nein | laufende Inspektion |
| Dänemark | Verbandssystem der Campingbranche (Stand 2016) | 1 bis 5 Sterne | freiwillig | mindestens jährliche Inspektion (Stand 2016) |
| Kroatien | Tourismusministerium | 2 bis 5 Sterne | ja | keine Frist belegt |
Frankreich: Sterne von Atout France für 5 Jahre
Frankreich hat die Klassifizierung seiner Unterkünfte mit einer Reform neu geordnet und dabei den fünften Stern eingeführt. Zuständig ist Atout France, die staatliche Agentur für Tourismusentwicklung. Die Einstufung ist freiwillig und gilt 5 Jahre. Die Kontrolle übernehmen akkreditierte Prüfstellen. Der Kriterienkatalog für Campingplätze umfasste zur Reform im Jahr 2010 204 Punkte, wie die Banque des Territoires berichtet.
Französische Sterne messen vor allem Zählbares: Stellplatzgröße, Anzahl der Sanitärobjekte, Serviceangebot. In Frankreich spielt außerdem die Art des Platzes eine große Rolle. Ein Camping municipal, also ein Platz in Trägerschaft der Gemeinde, ist meist einfacher ausgestattet und günstiger als eine Ferienanlage an der Küste.
Italien: jede Region rechnet anders
Italien überlässt die Klassifizierung seinen 20 Regionen, und jede Region hat ein eigenes Regelwerk. Laut einem Überblick von promobil aus dem Jahr 2016 reicht die Skala in den meisten Regionen nur bis 4 Sterne, Venetien vergibt seit 2015 bis zu 5 Sterne. Ein Platz mit 4 Sternen in der Toskana steht damit an der Spitze der regionalen Skala, ein Platz mit 4 Sternen an der Adria bei Cavallino nicht. Der Vergleich über Regionsgrenzen hinweg funktioniert in Italien schlechter als in jedem anderen der hier genannten Länder.
Niederlande: keine staatlichen Sterne
Für die Niederlande ist kein staatliches Sternesystem für Campingplätze belegt. Sterne auf niederländischen Plätzen stammen in der Regel aus Campingführern, vor allem vom niederländischen Automobilclub ANWB und vom ADAC. Die Inspekteure des ANWB vergeben 0 bis 5 Sterne, auch halbe. Im ADAC-Vergleich schneiden die Niederlande mit durchschnittlich 3,9 Sternen am besten ab. Wer mit Hund reist, findet Details zum Land im Artikel Campingurlaub mit Hund in Holland.
Dänemark: Sterne aus der Branche
Dänemark arbeitet mit 1 bis 5 Sternen, die aus der Campingbranche selbst kommen. promobil beschrieb 2016 den Campingrådet als zuständiges Gremium, getragen von Camper-Vereinigung und Betreiberverband. Rund 90 Prozent der damals etwa 570 dänischen Plätze nahmen teil. Jeder Platz wurde mindestens einmal im Jahr inspiziert, Plätze mit 4 und 5 Sternen zweimal. Bewertet wurden neben der Ausstattung auch Pflege, Reinigung und handwerkliche Ausführung. Diese Angaben beschreiben den Stand von 2016. Bei dänischen Sternen lohnt deshalb die Frage nach dem Jahr der letzten Einstufung.
Kroatien: Pflichtsystem mit 2 bis 5 Sternen
In Kroatien regelt eine staatliche Verordnung die Sterne. Die Kategorisierung durch das Tourismusministerium ist für Campingplätze verpflichtend. Die Verordnung nennt für die Platzart Kamp vier Kategorien: 2, 3, 4 und 5 Sterne. Einen Stern gibt es nicht. Laut promobil umfasste der Kriterienkatalog 2016 rund 80 Seiten. Die einfache Platzart Kamp odmorište, ein Rastplatz für Camper, wird nicht kategorisiert. Welche Regionen sich für den Urlaub eignen, steht in den Artikeln Camping in Kroatien und Campingplätze direkt am Meer in Kroatien.
Was sagen Campingplatz-Sterne nicht aus?
Campingplatz-Sterne sagen nichts über Lage, Atmosphäre, Lautstärke und Preis. Die Sterne beschreiben, was vorhanden ist und in welchem Zustand. Die Entfernung zum Strand, die Stimmung auf dem Platz, die Belegung im August und die Kosten pro Nacht stehen in keinem Kriterienkatalog.
Lage: Kein System bewertet, ob der Platz am Wasser liegt, ob eine Bahnlinie vorbeiführt oder ob der nächste Ort zu Fuß erreichbar ist. Der ADAC bewertet zwar Bademöglichkeiten, aber nicht den Blick vom Stellplatz und nicht die Umgebung.
Atmosphäre: Sterne belohnen Infrastruktur. Mit jedem Stern wächst in der Regel die Anlage: mehr Mobilheime, mehr Animation, mehr Betrieb. Ein Platz mit 600 Stellplätzen und Wasserpark fühlt sich anders an als eine Wiese mit 40 Parzellen. Welche der beiden Varianten die bessere ist, hängt von dir ab und nicht von der Sternezahl.
Preis: Mehr Sterne kosten mehr, aber der Zusammenhang ist nicht linear und von Land zu Land verschieden. Der Preis-Leistungs-Vergleich von PiNCAMP aus dem Jahr 2022 zeigt das deutlich: Die Niederlande und Kroatien kamen beide auf durchschnittlich 3,9 ADAC-Sterne, eine Übernachtung kostete in den Niederlanden im Schnitt 44,88 Euro und in Kroatien 58,87 Euro. Gleiche Sterne, rund 31 Prozent Preisunterschied.
Stellplatzqualität im Einzelfall: Die Klassifizierung gilt für den ganzen Platz. Auf demselben Gelände gibt es Parzellen mit 120 Quadratmetern unter Bäumen und Restflächen neben dem Müllplatz. Die Sterne sind für beide gleich.
Aktualität: Zwischen zwei Prüfungen liegen in Deutschland 3 und in Frankreich 5 Jahre. Ein neues Waschhaus oder ein Pächterwechsel taucht in den Sternen erst mit Verzögerung auf.
Gästezufriedenheit: PiNCAMP hat dem Widerspruch eine eigene Auswertung gewidmet, mit dem Titel „Zwei Sterne vom ADAC, aber fünf Sterne von den Gästen“. Danach kommen 64 Prozent der Plätze bei den Gästen auf 5 Sterne, der ADAC vergibt die Höchstnote nur an 13 Prozent der klassifizierten Plätze (Stand Mai 2026).
Worauf achtest du bei der Platzwahl zusätzlich zu den Sternen?
Sechs Kriterien ergänzen die Campingplatz-Sterne bei der Platzwahl: Lage, Stellplatzgröße, Sanitärzustand, Platzgröße, Nebenkosten und aktuelle Gästebewertungen. Die Sterne dienen als Vorfilter für das Komfortniveau. Die Entscheidung fällt über die Merkmale, die für deine Reiseform wichtig sind.
- Lage prüfen: Öffne die Karte und miss die Entfernung zu Wasser, Ort, Straße und Bahn. Das Luftbild zeigt, ob der Platz schattig ist und wie dicht die Parzellen stehen.
- Stellplatzgröße erfragen: Für einen Wohnwagen mit Vorzelt und Auto sind 100 Quadratmeter ein brauchbarer Richtwert. Viele Plätze nennen die Größe je Kategorie in der Preisliste.
- Sanitär bewerten: Suche in den Gästebewertungen der letzten 12 Monate nach Aussagen zu Sauberkeit, Warmwasser und Wartezeiten in der Hauptsaison. Im Winter kommt die Frage nach beheizten Waschhäusern dazu, mehr dazu im Artikel Wintercamping Tipps.
- Platzgröße einordnen: Die Zahl der Stellplätze und der Anteil der Dauercamper und Mobilheime prägen die Stimmung stärker als jeder Stern.
- Nebenkosten addieren: Strom, Duschmarken, Kurtaxe, Hund und Reservierungsgebühr stehen oft nicht im Grundpreis.
- Merkmale filtern: Lege fest, welche Ausstattung du wirklich nutzt, und suche gezielt danach.
Der letzte Punkt spart die meiste Zeit. Wer mit Kindern im Juli reist, braucht ein Schwimmbecken und keinen fünften Stern. Für diesen Fall gibt es im Verzeichnis von urlaubszeit.de eine eigene Liste der Campingplätze mit Pool. Wer im Herbst oder Winter unterwegs ist, sucht eher nach Wärme und findet dort die Campingplätze mit Sauna und Wellness.
Für die allgemeine Suche nach Land und Region eignet sich das Campingplatz-Verzeichnis von urlaubszeit.de. Die Sterne-Klassifizierung steht dort im Steckbrief eines Platzes, wenn sie bekannt ist. Fehlt die Angabe, heißt das nur, dass keine Einstufung hinterlegt ist. Das trifft auf die Mehrheit der Plätze in Europa zu.

Ein Anruf oder eine E-Mail an den Platz klärt den Rest. Drei Fragen genügen: Wie groß ist die angebotene Parzelle, wo liegt sie auf dem Platzplan, und was kostet die Nacht mit allen Nebenkosten für deine Personenzahl. Betreiber, die diese Fragen schnell und konkret beantworten, führen ihren Platz meist auch im Alltag ordentlich.
Für wen lohnt sich ein Campingplatz mit 4 oder 5 Sternen?
Ein Campingplatz mit 4 oder 5 Sternen lohnt sich für Familien mit Kindern, für Camper mit großem Gespann und für längere Aufenthalte ab etwa einer Woche. Auf der Durchreise, für Zeltcamper und für Ruhesuchende reichen 2 bis 3 Sterne in guter Lage meist aus.
Familien profitieren am stärksten. Kinderbecken, Spielplätze, Animation, Familienbäder und ein Supermarkt auf dem Gelände sind genau die Einrichtungen, die in der ADAC Klassifikation die oberen Stufen ausmachen. Bei schlechtem Wetter bleibt der Urlaub auf einer großen Anlage planbar.
Camper mit langem Wohnwagen oder Wohnmobil über 7 Meter profitieren von der Infrastruktur. Breite Wege, große Parzellen, Wasser- und Abwasseranschluss am Platz und eine gut erreichbare Entsorgungsstation gehören auf Plätzen ab 4 Sternen zum Standard. Einsteiger finden Grundlagen dazu im Artikel Unterwegs mit dem Wohnmobil: Das sollten Anfänger wissen.
Für eine Nacht auf der Durchreise bezahlst du auf einem Platz mit 5 Sternen Einrichtungen, die du nicht nutzt. Hier zählen Autobahnnähe, späte Anreise und saubere Duschen. Ein Platz mit 2 oder 3 Sternen erfüllt das.
Ruhesuchende und Paare außerhalb der Ferien fahren mit kleinen Plätzen oft besser. Wenige Stellplätze, kein Animationsprogramm und ein Betreiber, der selbst an der Rezeption steht, ergeben selten viele Sterne. Für diese Art Urlaub sind die Teilnoten für Sanitär und Platzgelände der bessere Maßstab.
💬 Meine EinschätzungDie gängige Annahme lautet: je mehr Sterne, desto besser der Urlaub. Die Zahlen sprechen dagegen. In Deutschland trägt nur ein kleiner Teil der Plätze überhaupt DTV-Sterne, und der ADAC-Durchschnitt liegt bei 3,3. Wer nur nach 4 und 5 Sternen filtert, schließt den größten Teil des Angebots aus, darunter fast alle kleinen Plätze. Überschätzt wird vor allem der Vergleich über Grenzen: 4 Sterne in Kroatien, 4 Sterne in der Toskana und 4 Sterne vom DTV sind drei verschiedene Aussagen. Unterschätzt werden die Teilnoten für Sanitär und die Gästebewertungen der letzten Saison. Sterne sind ein brauchbarer Filter für das Komfortniveau und ein schwacher Maßstab für alles andere. Die Reihenfolge, die funktioniert: erst Region und Lage festlegen, dann die Ausstattung filtern, die du wirklich nutzt, und die Sterne zum Schluss als Kontrolle heranziehen.
- DTV/BVCD: 3 Prüfbereiche (Rezeption und Service, Sanitär, Standplätze), freiwillig, 3 Jahre gültig.
- ADAC: 5 Bereiche, über 200 Kriterien, halbe Sterne, Superplatz ab 5 Sternen. 192 Superplätze in Europa im Jahr 2024.
- Frankreich: 1 bis 5 Sterne über Atout France, 5 Jahre gültig. Kroatien: Pflichtsystem mit 2 bis 5 Sternen.
- Italien: 20 regionale Regelwerke, meist höchstens 4 Sterne. Niederlande: keine staatlichen Sterne.
- Jahreszahl auf dem Sterneschild prüfen und die Teilnoten lesen, nicht nur die Gesamtzahl.
- Lage, Stellplatzgröße, Nebenkosten und Gästebewertungen der letzten 12 Monate stehen in keinem Sternesystem.
Häufige Fragen
Nein. Die Klassifizierung nach Deutschem Tourismusverband und Bundesverband der Campingwirtschaft ist freiwillig und für den Betreiber kostenpflichtig. Die Mehrheit der deutschen Campingplätze trägt deshalb keine offiziellen Sterne. Ein Platz ohne Sterne ist nicht schlechter, der Betreiber hat nur keine Prüfung beantragt. Zur Einschätzung helfen dann die ADAC Klassifikation und aktuelle Gästebewertungen.
Die Sterne nach DTV und BVCD gelten in Deutschland 3 Jahre, danach steht eine neue Prüfung an. In Frankreich gilt die Einstufung durch Atout France 5 Jahre. Die Inspekteure des ADAC sind laut PiNCAMP jedes Jahr in den Sommermonaten auf den Plätzen unterwegs. Die Jahreszahl auf dem Schild an der Einfahrt zeigt, von wann die Einstufung stammt.
DTV-Sterne bewerten drei Bereiche: Rezeption und Service, Sanitär und Standplätze. Der Betreiber beantragt die Prüfung selbst. Die ADAC Klassifikation bewertet fünf Bereiche und zählt zusätzlich Freizeitangebote und Bademöglichkeiten mit. Der ADAC arbeitet auch mit halben Sternen. Derselbe Campingplatz trägt deshalb oft zwei verschiedene Sternezahlen, und beide sind korrekt.
Ein ADAC Superplatz ist ein Campingplatz, der in der ADAC Klassifikation 5 Sterne erreicht. Die Auszeichnung setzt sehr gute Ergebnisse bei Sanitär, Platzgelände, Versorgung, Freizeit und Baden voraus. PiNCAMP, das Campingportal des ADAC, zählte für 2024 insgesamt 192 Superplätze in Europa, davon 46 in Frankreich, 38 in Italien und 24 in Deutschland.
Im Durchschnitt ja, aber nicht in festem Verhältnis. Im Preis-Leistungs-Vergleich von PiNCAMP aus dem Jahr 2022 erreichten die Niederlande und Kroatien jeweils durchschnittlich 3,9 ADAC-Sterne. Die Übernachtung kostete in den Niederlanden im Schnitt 44,88 Euro, in Kroatien 58,87 Euro. Region, Saison und Lage am Wasser beeinflussen den Preis stärker als ein einzelner Stern.
