Camping in Frankreich funktioniert in fünf Regionen besonders gut: Atlantikküste, Bretagne, Provence mit Côte d’Azur, Ardèche und Elsass. Du wählst zwischen klassifizierten Plätzen mit 1 bis 5 Sternen, dem günstigen Camping municipal und dem Camping à la ferme. Maut und Crit’Air-Plakette gehören in die Reisekasse.
Frankreich klassifiziert Campingplätze mit 1 bis 5 Sternen, die Einstufung verantwortet die staatliche Tourismusagentur Atout France. In der Nebensaison zahlt eine Familie laut PiNCAMP Preisanalyse 2026 im Schnitt 29 Euro pro Nacht, an der Küste liegt der Preis rund 49 Prozent über dem Binnenland. Wohnmobile und Gespanne zwischen 2 und 3 Metern Höhe fahren auf der Autobahn in Mautklasse 2. Die Umweltplakette Crit’Air kostet laut ADAC 5,11 Euro und bleibt 2026 in den Umweltzonen Pflicht.
Welche Regionen eignen sich für Camping in Frankreich?
Fünf Regionen prägen das Camping in Frankreich: die Atlantikküste mit langen Sandstränden, die Bretagne mit Felsküste und Gezeiten, die Provence mit der Côte d’Azur, die Ardèche mit ihrer Flussschlucht und das Elsass als kurzes Ziel direkt hinter der deutschen Grenze.
Die Wahl der Region entscheidet über Anfahrt, Wetter und Preis. Vom Rhein bis ins Elsass sind es wenige Kilometer, bis an die Atlantikküste oder ans Mittelmeer planst du je nach Startort ein bis zwei Fahrtage ein. Die Tabelle zeigt die fünf Regionen im Vergleich.
| Region | Landschaft | Passt zu | Darauf achten |
|---|---|---|---|
| Atlantikküste | Sandstrände, Dünen, Pinienwälder | Familien, Surfer, Radfahrer | Starke Strömungen, volle Plätze im Juli und August |
| Bretagne | Felsküste, Buchten, Gezeiten | Wanderer, Ruhesuchende | Wechselhaftes Wetter, kühleres Wasser |
| Provence und Côte d’Azur | Lavendelfelder, Schluchten, Mittelmeer | Sonnenhungrige, Kulturreisende | Hitze, Mistral, Waldbrandgefahr, hohe Küstenpreise |
| Ardèche | Flussschlucht, Kalkfelsen, Kastanienwälder | Kanufahrer, Kletterer, Familien | Enge Straßen, Hochwasser nach Starkregen |
| Elsass | Weinberge, Vogesen, Fachwerkdörfer | Kurzurlauber, Genießer | Umweltzone in Straßburg |
Atlantikküste: Strand, Dünen und Radwege
Die Atlantikküste reicht von der Vendée über die Charente-Maritime bis ins Département Landes an der spanischen Grenze. Die Campingplätze liegen hier oft im Pinienwald hinter der Düne. Der Atlantik bringt Brandung und Strömungen mit, gebadet wird deshalb an den bewachten Strandabschnitten. Die Brücke auf die Île de Ré ist mautpflichtig, der ADAC nennt für 2026 je nach Saison 4 bis 16 Euro. Einen Überblick über die Küste gibt der Artikel Highlights der französischen Atlantikküste.

Bretagne: Gezeiten und Küstenwanderweg
Die Bretagne ist das Ziel für Camper, die Hitze meiden. Die Sommer sind milder als im Süden, das Wetter wechselt schnell. Der Tidenhub erreicht in der Bucht von Saint-Malo mehr als zehn Meter, Strände verändern sich deshalb im Lauf des Tages komplett. Der Fernwanderweg GR 34 führt als alter Zöllnerpfad fast durchgehend an der Küste entlang. Die Autobahnen und Schnellstraßen in der Bretagne sind mautfrei.
Provence und Côte d’Azur: Sonne mit Aufpreis
Die Provence und die Côte d’Azur liefern verlässliche Sommerwärme. Die Region ist im Juli und August stark gebucht und an der Küste teuer. Der Mistral, ein kalter Fallwind aus dem Rhônetal, bläst an manchen Tagen so kräftig, dass Vorzelte und Markisen gesichert werden müssen. Im Sommer sperren die Behörden bei Waldbrandgefahr tageweise Waldgebiete, offenes Feuer ist dann tabu. Das Hinterland um die Verdonschlucht ist ruhiger als die Küste.
Ardèche: Camping am Fluss
Die Ardèche ist die klassische Kanuregion Frankreichs. Die Schlucht Gorges de l’Ardèche beginnt am Felsbogen Pont d’Arc bei Vallon-Pont-d’Arc. Die Campingplätze liegen häufig direkt am Flussufer. Nach Starkregen im Spätsommer und Herbst steigt der Pegel schnell, die Plätze haben dafür Alarmpläne. Die Zufahrten sind teilweise schmal und kurvig. Für lange Gespanne lohnt vor der Buchung die Frage nach der Zufahrt.
Elsass: kurzer Weg, viel Programm
Das Elsass ist für Camper aus Süd- und Westdeutschland das nächste Frankreich-Ziel. Die Elsässer Weinstraße verbindet die Winzerdörfer am Fuß der Vogesen, in den Bergen warten Wanderwege und Seen. Die Saison reicht hier dank Weinlese und Weihnachtsmärkten weiter als am Meer. Passende Plätze für alle fünf Regionen findest du im Verzeichnis unter Campingplätze in Frankreich.
Welche Campingarten gibt es in Frankreich?
Frankreich kennt vier Campingarten: den klassifizierten Campingplatz mit 1 bis 5 Sternen, den kommunalen Camping municipal, das Camping à la ferme auf dem Bauernhof und die Aire naturelle de camping als einfachen Naturplatz. Die Unterschiede liegen in Größe, Ausstattung und Preis.
Klassifizierter Campingplatz: Der klassifizierte Campingplatz ist die häufigste Form. Die Betriebe reichen vom einfachen Familienplatz bis zur Ferienanlage mit Wasserpark, Restaurant und Animation. Der Branchenverband FNHPA zählt rund 7.600 Campingplätze in Frankreich (Stand 2026). Große Anlagen am Meer bestehen oft überwiegend aus Mobilheimen, die Zahl der Stellplätze für das eigene Fahrzeug ist dort begrenzt.
Camping municipal: Der Camping municipal gehört der Gemeinde und wird von ihr oder einem Pächter betrieben. Die Ausstattung ist schlicht: Stellplätze, Sanitärgebäude, Strom, selten ein Pool. Die Lage ist dafür oft gut, etwa am Fluss oder in Laufnähe zum Ortskern. Die Rezeption ist auf kleinen Plätzen nur stundenweise besetzt. Du suchst dir dann einen freien Platz und zahlst am Abend oder am nächsten Morgen.
Camping à la ferme: Camping à la ferme heißt Zelten oder Stehen auf einem Bauernhof. Die Größe ist gesetzlich begrenzt. Ein Merkblatt der Präfektur Pyrénées-Atlantiques nennt die Schwelle: Bis zu 6 Stellplätze oder 20 Personen genügt eine Anmeldung im Rathaus, darüber braucht der Betrieb eine Baugenehmigung. Du stehst also mit wenigen Nachbarn auf einer Wiese und kaufst Käse, Wein oder Gemüse direkt beim Hof.
Aire naturelle de camping: Die Aire naturelle ist ein naturnaher Platz mit höchstens 1 Hektar Fläche und 30 Stellplätzen. Die Öffnungszeit liegt bei maximal sechs Monaten im Jahr. Zugelassen sind Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile, Mobilheime sind ausgeschlossen. Die Stellplätze haben keinen eigenen Wasser- und Abwasseranschluss.
Französische Campingplätze sichern den Strom oft schwächer ab als deutsche, 6 oder 10 Ampere sind üblich. Wasserkocher und Heizlüfter gleichzeitig lösen dann die Sicherung aus. Ältere Plätze haben noch französische Haushaltssteckdosen statt der blauen CEE-Dose, ein Adapter gehört deshalb ins Staufach. Deutsche Gasflaschen tauscht in Frankreich kein Händler. Fahre mit vollen Flaschen los oder nimm ein Adapterset für französische Flaschen mit. In den Pools vieler Plätze sind weite Badeshorts aus Hygienegründen verboten, eng anliegende Badehosen sind Pflicht.

Was bedeuten die Sterne auf französischen Campingplätzen?
Die Sterne auf französischen Campingplätzen sind eine staatliche Klassifizierung von 1 bis 5, für die Atout France zuständig ist. Die Sterne bewerten Ausstattung, Service und Stellplatzkomfort nach festen Kriterien. Die Sterne sagen nichts über Lage, Ruhe oder Atmosphäre eines Platzes aus.
Atout France ist die staatliche Agentur für Tourismusentwicklung. Das Portal Camping France beschreibt das Verfahren so: Ein Raster aus fast 200 Kriterien legt die Einstufung fest, alle fünf Jahre wird neu geprüft. Die Klassifizierung ist freiwillig. Ein Platz ohne Sterne ist deshalb nicht automatisch schlecht, er hat das Verfahren nur nicht durchlaufen.
Mit jeder Stufe steigen die Anforderungen. Plätze mit 1 und 2 Sternen bieten die Grundversorgung: Stellplatz, Sanitär, Strom. Ab 3 Sternen kommen in der Regel mehr Service, längere Rezeptionszeiten und Freizeitangebote dazu. Plätze mit 4 und 5 Sternen sind meist Ferienanlagen mit Poollandschaft, Gastronomie und Kinderprogramm.
Die Klassifizierung unterscheidet außerdem die Kategorien Tourisme und Loisirs. Ein Platz der Kategorie Tourisme vermietet den größeren Teil seiner Stellplätze an Durchreisende und Urlauber. Ein Platz der Kategorie Loisirs lebt überwiegend von Dauercampern. Für die Rundreise mit Wohnwagen oder Wohnmobil ist die Kategorie Tourisme die passende.
Die Sterne helfen bei der Vorauswahl, ersetzen aber nicht den Blick auf die Ausstattung. Familien filtern im Verzeichnis gezielt nach Campingplätzen mit Pool, statt sich allein auf die Sternezahl zu verlassen.
Was kostet Camping in Frankreich 2026?
Camping in Frankreich kostet eine Familie in der Nebensaison 2026 durchschnittlich 29 Euro pro Nacht, das zeigt die PiNCAMP Preisanalyse des ADAC. An der Küste liegen die Preise rund 49 Prozent über dem Binnenland. Maut, Kraftstoff und Plakette kommen zu den Übernachtungskosten dazu.
Die PiNCAMP Preisanalyse 2026 rechnet mit einer Familie aus zwei Erwachsenen und einem Kind bis zehn Jahre, inklusive Standplatz für Wohnmobil oder Wohnwagen mit Zugfahrzeug. Frankreich gehört in der Nebensaison zu den günstigen Campingländern Europas. Zum Vergleich: In der Hauptsaison 2026 nennt dieselbe Analyse 41 Euro pro Nacht für Deutschland, 63 Euro für Italien und 73 Euro für Kroatien.
Drei Faktoren bestimmen den Preis in Frankreich. Erstens die Lage: Der Küstenaufschlag von 49 Prozent ist laut PiNCAMP besonders stark. Zweitens die Saison: Die französischen Sommerferien füllen die Plätze im Juli und August, die teuersten Wochen liegen rund um den Nationalfeiertag am 14. Juli und um Mariä Himmelfahrt am 15. August. Drittens die Platzart: Ein Camping municipal oder ein Camping à la ferme im Hinterland kostet deutlich weniger als eine Ferienanlage mit 5 Sternen am Meer.
Zusatzkosten stehen oft nicht im Grundpreis. Typische Posten sind die Kurtaxe (taxe de séjour) pro Person und Nacht, Strom, ein zweites Fahrzeug, der Hund und in der Hauptsaison eine Buchungsgebühr. Große Anlagen verlangen im Juli und August häufig eine Mindestaufenthaltsdauer und feste Anreisetage.
Sparen funktioniert in Frankreich vor allem über den Zeitpunkt und die Entfernung zum Meer. Im Juni und im September ist das Wetter in der Südhälfte stabil, die Plätze sind leerer und günstiger. Ein Platz zehn bis zwanzig Kilometer hinter der Küste senkt den Preis ebenfalls. Rabattkarten für die Nebensaison wie die CampingCard ACSI werden auf teilnehmenden Plätzen akzeptiert.
Wie hoch ist die Autobahnmaut für Wohnmobil und Gespann in Frankreich?
Die Autobahnmaut in Frankreich richtet sich nach Strecke und Fahrzeugklasse. Wohnmobile und Gespanne bis 3,5 Tonnen mit einer Höhe zwischen 2 und 3 Metern fahren laut ADAC in Klasse 2. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen oder ab 3 Metern Höhe zahlen in Klasse 3 oder 4.
Frankreich nutzt keine Vignette. Die Maut wird pro Abschnitt berechnet: Du ziehst an der Auffahrt ein Ticket und zahlst an der Ausfahrt. Die Autobahnen betreiben private Konzessionsgesellschaften, die Tarife unterscheiden sich deshalb je nach Strecke. Der ADAC nennt folgende Klassen (Stand 2026):
| Mautklasse | Fahrzeuge | Typisches Campingfahrzeug |
|---|---|---|
| Klasse 1 | Bis 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht, Höhe bis 2 m | Pkw, niedriger Campingbus, Pkw mit Dachzelt unter 2 m |
| Klasse 2 | Bis 3,5 t, Höhe zwischen 2 und 3 m | Kastenwagen, Wohnmobil bis 3,5 t, Wohnwagengespann |
| Klasse 3 | Zwei Achsen, über 3,5 t oder ab 3 m Höhe | Wohnmobil über 3,5 t, Alkoven ab 3 m Höhe |
| Klasse 4 | Ab drei Achsen, über 3,5 t oder ab 3 m Höhe | Dreiachsiges Wohnmobil, schweres Gespann |
Die Höhe misst die Mautstation automatisch. Dachboxen, Klimaanlagen und Satellitenschüsseln zählen mit. Ein Campingbus mit 1,99 Metern Höhe bleibt in Klasse 1, mit Dachbox rutscht er in Klasse 2. Die genaue Summe für deine Route liefert der Routenrechner der französischen Autobahnbetreiber. Alle Klassen und aktuellen Tarife fasst der ADAC auf der Seite Maut in Frankreich zusammen.
Free-Flow-Strecken ohne Schranke
Free Flow bezeichnet Mautstrecken ohne Mautstation. Kameras erfassen das Kennzeichen, bezahlt wird nachträglich online oder vorab per Mautbox. Der ADAC listet für 2026 unter anderem die A13 zwischen Paris und Caen, einen Abschnitt der A14 und rund 30 Kilometer der A79. Die Zahlungsfrist beträgt 72 Stunden nach der Fahrt. Wer die Frist verpasst, zahlt einen Aufschlag. Die A13 ist die Hauptroute in die Normandie und Richtung Bretagne, sie betrifft also einen großen Teil der Camper aus Deutschland.
Tunnel und Brücken kosten extra. Für den Mont-Blanc-Tunnel und den Fréjus-Tunnel nennt der ADAC 2026 für Pkw 55,50 bis 56,40 Euro pro einfacher Fahrt, für das Viaduc de Millau je nach Saison 11,30 bis 13,80 Euro. Wohnmobile und Gespanne zahlen mehr. Wie sich das französische System von Vignettenländern unterscheidet, erklärt der Artikel Mautgebühren und Vignetten in Europa.
Brauchst du für Camping in Frankreich die Umweltplakette Crit’Air?
Die Umweltplakette Crit’Air brauchst du, sobald du mit Pkw oder Wohnmobil in eine französische Umweltzone fährst. Die Plakette kostet laut ADAC 5,11 Euro inklusive Versand nach Deutschland. Die Umweltzonen gelten 2026 weiter, die geplante Abschaffung ist im Mai 2026 gescheitert.
Crit’Air ist ein runder Aufkleber für die Windschutzscheibe, der das Fahrzeug nach Schadstoffausstoß in sechs Klassen einteilt. Er gilt in den dauerhaften Umweltzonen, in Frankreich ZFE genannt, zum Beispiel in Paris, Lyon und Straßburg. Dazu kommen zeitlich begrenzte Zonen, die Präfekturen bei hoher Luftbelastung kurzfristig ausrufen. Die deutsche Umweltplakette wird in Frankreich nicht anerkannt.
Die Rechtslage hat sich 2026 bewegt. Das französische Parlament hatte die Abschaffung der Umweltzonen in ein Gesetz geschrieben, das am 15. April 2026 verabschiedet wurde. Der Verfassungsrat strich den Passus am 21. Mai 2026 wieder aus dem Text. Die Zonen und die Plakettenpflicht bestehen damit fort, jede Metropole regelt ihre Fahrverbote selbst.
Bestellt wird die Plakette ausschließlich über das staatliche Portal certificat-air.gouv.fr. Du brauchst dafür die Zulassungsbescheinigung Teil I als Scan oder Foto. Die Plakette kommt per Post, plane dafür mehrere Wochen ein. Die Bestätigungsmail mit der Rechnung gilt bis zur Zustellung als Nachweis. Die Plakette ist an das Fahrzeug gebunden und gilt für dessen gesamte Lebensdauer.
Ohne gültige Crit’Air-Plakette drohen in einer Umweltzone 68 Euro Bußgeld für Pkw und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen und 135 Euro für schwerere Fahrzeuge (Stand 2026). Bestelle nur über das staatliche Portal. Drittanbieter verlangen für dieselbe Plakette ein Vielfaches. Welche Schadstoffklassen eine Stadt aussperrt, ändert sich laufend. Prüfe die Regeln deiner Zielstadt kurz vor der Abfahrt.

Welche Regeln gelten auf Straßen und Campingplätzen in Frankreich?
Auf französischen Straßen gelten 130 km/h auf Autobahnen, 110 km/h auf Schnellstraßen, 80 km/h auf Landstraßen und 50 km/h innerorts. Gespanne über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht dürfen auf Autobahnen nur 90 km/h fahren. Wildcampen ist in Frankreich stark eingeschränkt.
Tempolimits: Die Limits für Pkw gelten auch für Wohnmobile und Gespanne bis 3,5 Tonnen. Bei Nässe sinkt das Limit auf Autobahnen auf 110 km/h und auf Schnellstraßen auf 100 km/h. Einzelne Départements erlauben auf ausgewählten Landstraßen 90 km/h, maßgeblich ist die Beschilderung. Für Wohnmobile über 3,5 Tonnen gelten eigene, niedrigere Limits. Frankreich kontrolliert dicht mit fest installierten und mobilen Blitzern, Bußgelder werden auch nach Deutschland zugestellt.
Ausrüstung und Alkohol: Warnweste und Warndreieck sind Pflicht, die Weste muss vom Fahrersitz aus erreichbar sein. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen brauchen Aufkleber, die auf den toten Winkel hinweisen. Das betrifft auch schwere Wohnmobile.
Übernachten außerhalb von Campingplätzen: Freies Stehen ist in Frankreich kein Jedermannsrecht. An Küsten, in Naturschutzgebieten und im Umkreis von Denkmälern ist es untersagt, Gemeinden erlassen zusätzlich eigene Verbote. Die legale Alternative sind ausgewiesene Wohnmobilstellplätze, die Aires de camping-car. Die Details stehen im Artikel Wildcampen und frei Stehen in Frankreich.
Hunde: Für die Einreise braucht der Hund den EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung. Für als gefährlich eingestufte Rassen gelten in Frankreich Auflagen bis hin zum Einreiseverbot. Auf Campingplätzen ist Leinenpflicht die Regel, in der Hauptsaison begrenzen Betreiber oft die Zahl der Hunde pro Stellplatz. An bewachten Stränden gilt im Sommer häufig ein Hundeverbot. Plätze, die Vierbeiner aufnehmen, zeigt die Übersicht hundefreundliche Campingplätze. Die Vorbereitung beschreibt der Ratgeber Die wichtigsten Infos für Camping mit Hund.
Platzordnung: Die Nachtruhe beginnt auf den meisten Plätzen zwischen 22 und 23 Uhr, die Schranke bleibt dann für Fahrzeuge geschlossen. Holzkohlegrills sind in den Waldbrandgebieten im Süden im Sommer oft verboten, Gas- und Elektrogrills bleiben meist erlaubt. Die Abreise ist in der Regel bis 12 Uhr fällig.
Wann ist die beste Reisezeit für Camping in Frankreich?
Die beste Reisezeit für Camping in Frankreich liegt im Juni und im September. Das Wetter ist in der Südhälfte dann stabil, die Plätze sind leerer und günstiger als in den Ferienmonaten. Im Juli und August ist Hauptsaison mit vollen Plätzen und Höchstpreisen.
Der Süden startet früher. An der Côte d’Azur und in der Provence beginnt die Campingsaison im April, im Hochsommer steigen die Temperaturen dort regelmäßig über 30 Grad. Für die Ardèche ist der Frühsommer günstig: Der Fluss führt dann genug Wasser für Kanutouren, im August sinkt der Pegel.
Der Westen und Norden brauchen den Sommer. Die Bretagne ist von Ende Juni bis Anfang September am wärmsten. An der Atlantikküste öffnen die großen Plätze meist von April oder Mai bis Ende September, ein Teil der Pools und Restaurants läuft aber nur in der Hauptsaison. Frage bei einer Reise im Mai oder im späten September vorher nach, welche Einrichtungen geöffnet sind.
Reservieren ist im Juli und August an allen Küsten nötig, bei großen Anlagen Monate im Voraus. In der Nebensaison kommst du auf einem Camping municipal oder einem Bauernhofplatz in der Regel ohne Buchung unter. Die Anreise am Samstag meidest du im Hochsommer besser: An den Wechselwochenenden staut sich der Verkehr auf den Autobahnen Richtung Süden.
💬 Meine EinschätzungDie gängige Annahme lautet: Je mehr Sterne, desto besser der Campingurlaub. Für Frankreich stimmt das nur halb. Die Sterne messen Ausstattung, nicht Erholung. Eine Anlage mit 5 Sternen an der Atlantikküste ist für Familien mit Kindern im Schulalter eine gute Wahl, weil Pool und Programm den Tag füllen. Wer mit dem eigenen Wohnwagen reist und Ruhe sucht, ist auf einem Camping municipal oder einem Bauernhofplatz im Hinterland oft besser aufgehoben und zahlt weniger. Überschätzt wird die Küste im August: Der Aufschlag von 49 Prozent kauft vor allem Gedränge. Unterschätzt werden die Nebenkosten der Anreise. Ein Wohnmobil über 3 Meter Höhe oder über 3,5 Tonnen fährt in einer teureren Mautklasse, das summiert sich bis ans Mittelmeer. Rechne die Maut vor der Buchung durch und vergleiche sie mit einer mautfreien Route über Nationalstraßen.
- Sterne: 1 bis 5, vergeben nach fast 200 Kriterien, Prüfung alle fünf Jahre.
- Camping à la ferme: höchstens 6 Stellplätze oder 20 Personen ohne Baugenehmigung.
- Maut: Höhe messen. Unter 2 m gilt Klasse 1, zwischen 2 und 3 m Klasse 2, ab 3 m oder über 3,5 t Klasse 3 oder 4.
- Free Flow auf A13, A14 und A79: innerhalb von 72 Stunden online zahlen.
- Crit’Air: 5,11 Euro über das staatliche Portal, 68 oder 135 Euro Bußgeld ohne Plakette.
- Gespanne über 3,5 t Gesamtgewicht: höchstens 90 km/h auf der Autobahn.
Häufige Fragen
Im Juli und August ist eine Reservierung an der Atlantikküste, in der Bretagne und am Mittelmeer nötig, große Ferienanlagen sind oft Monate vorher ausgebucht und verlangen feste Anreisetage. Im Juni und September findest du auf einem Camping municipal oder einem Bauernhofplatz im Hinterland in der Regel auch ohne Buchung einen freien Stellplatz.
An den Mautstationen zahlst du mit Kreditkarte, an einem Teil der Spuren auch bar. Reine Debitkarten werden nicht an jeder Station akzeptiert, eine Kreditkarte gehört deshalb ins Handschuhfach. Eine Mautbox für das elektronische System Télépéage erlaubt die Durchfahrt auf eigenen Spuren und rechnet auch die Free-Flow-Strecken automatisch ab.
Nein. Frankreich erkennt die deutsche Umweltplakette nicht an. In den französischen Umweltzonen zählt nur die Crit’Air-Plakette, die du über das staatliche Portal certificat-air.gouv.fr bestellst. Sie kostet laut ADAC 5,11 Euro inklusive Versand, ist an das Fahrzeug gebunden und gilt für dessen gesamte Lebensdauer. Bestelle sie mehrere Wochen vor der Abfahrt.
Ein Camping municipal ist ein Campingplatz im Besitz einer französischen Gemeinde. Die Ausstattung ist einfach und beschränkt sich meist auf Stellplätze, Sanitärgebäude und Strom. Die Plätze liegen häufig am Fluss oder nahe am Ortskern und kosten weniger als private Ferienanlagen. Die Rezeption ist auf kleinen Plätzen oft nur stundenweise besetzt.
Nein. Französische Händler tauschen keine deutschen Gasflaschen, weil Frankreich eigene Flaschensysteme und Anschlüsse nutzt. Starte mit vollen Flaschen. Für längere Reisen hilft ein Adapterset für französische Flaschen, die du gegen Pfand an Tankstellen und in Supermärkten bekommst. Fest eingebaute Tankflaschen lassen sich an Autogas-Tankstellen mit dem passenden Adapter füllen.
