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Unterwegs mit dem Wohnmobil: Das sollten Anfänger wissen

by Urlauber
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Einfach einsteigen, losfahren und in den Urlaub starten. Flexibel, unabhängig und weit ab vom Massentourismus. Das Reisen im Wohnmobil boomt in den letzten Jahren immer mehr. Das eigene Land besser kennenlernen oder ferne Ziele entdecken – mit dem Wohnmobil sind viele aufregende und unvergessliche Roadtrips möglich. Ob alleine, zu zweit oder mit der ganzen Familie, das Verreisen in den „eigenen vier Wänden“ macht riesigen Spaß! Aber die Freiheit auf vier Rädern verbirgt auch seine Tücken. Denn bevor die Reise mit dem Camper los geht, gibt es Einiges zu planen und organisieren. Trotz Checkliste und Gebrauchsanweisung passieren selbst erfahrenen Campern oft Fehler, die den Urlaubstrip schnell zum Albtraum werden lassen können.

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Die besten Tipps, um Anfängerfehler zu vermeiden

Wer zum ersten Mal mit einem Camper unterwegs ist, sollte sich vorab gründlich informieren. Faktoren wie Fahrsicherheit, Beladung oder Entsorgung sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Einige typische Fehler können ganz einfach vermieden werden und einer unbeschwerten Urlaubsreise steht nichts mehr im Wege.

1. Fahrzeugcheck und Übergabe

Man freut sich auf die Reise und das Wohnmobil ist startklar. Aber ist der Camper tatsächlich fertig für die Fahrt? Einige wichtige Punkte sollten im Vorfeld unbedingt geprüft werden. Haben die Reifen genügend Druck? Muss der Wassertank womöglich gereinigt werden? Wie ist es um die Leistung der Bordbatterie bestellt? Auch der Füllstand der Gasflaschen sollte gecheckt werden. Das ist besonders wichtig, wenn man in der kühleren Jahreszeit unterwegs ist und die Heizung im Camper benutzen möchte. Wer ein Wohnmobil gemietet hat, sollte sich vorab von den erfahrenen Mitarbeitern der Mietstation genauestens über das Fahrzeug informieren lassen. In einem Crashkurs für Reisemobil-Anfänger wird erklärt, wie alles funktioniert und was zu beachten ist. Wertvolle Tipps, damit auf der ersten Tour nichts schief geht.

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2. Sicheres Fahrverhalten

Wer zum ersten Mal mit einem Wohnmobil auf die Reise geht, sollte auf jeden Fall eine Testfahrt unternehmen. Auch wer sonst ein sicherer Fahrer ist, sollte wissen, dass Wohnmobile ein anderes Brems- und Fahrverhalten sowie unterschiedliche Sichtverhältnisse als Pkws haben. Klug wäre auch, das Fahrzeug sowohl im leeren als auch im bepackten Zustand zu fahren.

Das Rangieren auf engem Raum, der richtige Blick in den Außenspiegel, Rückwärtsfahren oder das Fahrverhalten in Kurven sollte vorab geübt werden. Wichtig ist es, bei der Fahrt auf die Höhenangaben bei Unterführungen zu achten. Aber auch Dachvorsprünge, Balkone oder Äste können gefährlich werden. Wer sich unsicher fühlt, kann vor seinem Urlaub mit erfahrenen Profis ein Fahrsicherheitstraining absolvieren. Viele Wohnmobilhersteller und Automobilclubs bieten dies vielerorts an.

3. Das Beladen des Wohnmobils: Was soll alles mit?

Packen will gelernt sein! Dies gilt vor allem in einem Wohnmobil. Denn auch, wenn die Versuchung groß ist, nicht alles muss eingepackt werden, weil es vielleicht irgendwann gebrauchen werden könnte. Vom unhandlichen Klappstuhl bis hin zur mächtigen Tupper-Box – nicht alles muss mit. Schweres Gepäck wiegt auch schwer und ein Camper ist kein Lastwagen. Das zulässige Gesamtgewicht des Wohnmobils muss unbedingt beachtet werden und darf auf keinen Fall überschritten werden! Auch die Verteilung der Ladung im Fahrzeug ist entscheidend. Die Staumöglichkeiten in einem Wohnmobil sind vom Grundriss immer vorgegeben. Alles sollte gut durchdacht auf die verschiedenen Fächer verteilt werden.

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Schwere Gegenstände müssen stets nach unten gepackt werden, leichte werden in oberen Schränken und Schubladen verstaut. Man sollte immer darauf schauen, dass alle Fächer und Türen während der Fahrt richtig verschlossen sind und dass auch die Herdabdeckung heruntergeklappt ist. Auf keinen Fall sollten lose Gegenstände auf den Regalfächern liegen gelassen werden. Die gesamte Ladung muss so gesichert sein, dass sie nicht umfallen, verrutschen oder beschädigt werden kann. Denn beim Bremsen können diese Dinge für die Insassen ganz schnell zum gefährlich Geschoss im Fahrzeug werden. Hilfreich, im Besonderen für Campingneulinge, ist auch eine praktische Packliste. So lässt sich bereits im Vorfeld der Reise alles genau planen und nichts wird vergessen.

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4. Während der Fahrt bleibt man sitzen

Auch wenn es Spaß machen würde, während der Fahrt durch den Camper zu laufen und vielleicht eine leckere Zwischenmahlzeit zuzubereiten, ist das alles andere als erlaubt. Auch ein kleines Nickerchen im Wohnmobilbett ist tabu. Denn auch im Wohnmobil müssen alle Insassen, ob Fahrer oder Beifahrer, egal ob Kind oder Hund angeschnallt sein. Kinder müssen wie im Pkw in einem altersgerechten Sitz gesichert werden. Hunde und Katzen sollten durch ein spezielles Sicherungssystem auf der Fahrt geschützt werden. Am besten macht man öfters mal eine Pause, wechselt vielleicht den Fahrer und kommt so sicher und entspannt an seinem Ziel an.

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5. Mit vollem Wassertank losfahren?

Wohnmobil-Anfänger machen meist den Fehler, den Frischwassertank beim Start in die Ferien so voll wie möglich zu machen. Das Problem ist, ein voller Tank bedeutet gleichzeitig auch ein schweres Wohnmobil – also zusätzliches Gewicht. Vernünftig ist es für die Fahrt den Tank nur halb oder maximal zu einem Drittel zu befüllen. Die Tanks können teils bis zu 170 Liter fassen. So bleibt genug Wasser übrig, um unterwegs die Toilette zu benutzen oder die Hände zu waschen. Es reicht völlig, den Wassertank erst auf dem Campingplatz oder an einer Tankstelle kurz vor dem Reiseziel aufzutanken.

6. Ein schattiges Plätzchen für das Campingmobil

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Wichtig! Gasflasche vor der Fahrt abklemmen!

Sommer, Sonne, Sonnenschein. Natürlich zieht es die meisten Urlauber zur Reisezeit in den sonnigen Süden. Aber auch wer selbst ein Sonnenanbeter ist, sollte sein Wohnmobil auf keinen Fall auf dem Campingplatz in der prallen Sonne abstellen. Vor allem, wenn es auch Schattenplätze gibt. Das Wohnmobil heizt sich unter der prallen Sommersonne in kürzester Zeit so stark auf, dass das Schlafen in der Nacht zur Qual werden kann. Und ist die Hitze erstmal im Fahrzeug, wird es schwer, diese wieder los zu werden.

7. Auf Energie- und Wasserverbrauch achten

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Fäkalientank leeren

In einem Wohnmobil sind die Ressourcen begrenzt. Mit Wasser und Strom sollte daher sinnvoll umgegangen werden. Wie voll sind Batterie, Tank und Gasflaschen? Es ist immer wichtig, einen genauen Überblick über den jeweiligen Verbrauch zu haben, damit alles rechtzeitig nachgefüllt werden kann. Die verbrauchte Wassermenge misst man besten, wenn der Wassertank zunächst komplett aufgefüllt und danach einmal geduscht oder abgewaschen wird. Somit kann man gleich feststellen, wie hoch der Verbrauch hierfür war. Dementsprechend weiß man, wann man in etwa wieder Wasser nachfüllen muss.

8. Abwasser- und Fäkalientank entleeren

Bevor es auf große Fahrt geht, sollte immer zuerst das Abwasser abgelassen und der Inhalt des Fäkalientanks entsorgt werden. Zum einen bringt dies wieder den Gewichtsvorteil und den Effekt, weniger Benzin zu verbrauchen. Aber in erster Linie verfolgt das ganze einen hygienischen Aspekt. Denn was könnte es Schlimmeres geben, als wenn sich während der Fahrt Fäkaliengeruch im Wageninneren breit macht. Oder gar an steilen Bergen und in Kurven das Abwasser aus der Toilette schwappt.

9. Kleingeld nicht vergessen!

Auch wenn es heutzutage üblich ist, fast alles nur noch auf elektronischem Wege oder digital zu bezahlen, sollte man auf Campingplätzen auch Bargeld zur Hand haben. Vor allem Kleingeld mit einem kleinen Vorrat an 50-Cent-Stücken sowie 1- und 2-Euro-Münzen sind von großem Vorteil. Denn – ob für Strom, Duschen, Geschirrspül- oder Waschmaschine – auf vielen Campingplätzen gibt es noch alte Münzautomaten, die keine Kredit- oder EC-Karten akzeptieren.

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10. Check-up vor der Abfahrt

Bevor man abfährt, sollte man auf jeden Fall einen Kontrollgang um das gesamte Wohnmobil machen und die naheliegendsten Dinge checken. Manch Camper hat schon mal das ein oder andere vergessen und ist samt ausgefahrener Treppe losgefahren. Derartige Nachlässigkeiten sind nicht nur peinlich, sondern am Ende, wenn etwas beschädigt wurde, auch oft sehr teuer. Die meisten Camper haben dafür eine Checkliste oder ein Post-it am Lenkrad. Ist beispielsweise die Markise eingefahren, sind die Wagenstützen und die Antenne eingeklappt oder wurde der Strom richtig abgeklemmt? Und natürlich die wichtigste Frage: Sind alle an Bord und startklar?

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