Verrückte Übernachtungsmöglichkeiten in Deutschland: Vom Baumhaus bis zum Schlafstrandkorb
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Reiseratgeber

Verrückte Übernachtungsmöglichkeiten in Deutschland: Vom Baumhaus bis zum Schlafstrandkorb

Klassische Hotelzimmer oder Ferienwohnung sind bewährt. Wer aber gezielt etwas anderes sucht, findet in Deutschland ein zunehmendes Angebot an ausgefallenen Übernachtungsmöglichkeiten. Hier geht es zumeist nicht nur um den Überraschungseffekt. Viele dieser Konzepte vereinen Naturerlebnis, architektonische Ansprüche und eine begrenzte Zahl an Kapazitäten. Genau deshalb sind sie etwas aufwendiger zu planen als die Standardangebote.

Baumhaus aber mit Konzept: Naturhöhe statt Kinderzimmer

Baumhäuser sind längst keine zusammengezimmerten Holzbuden mehr. Die meisten modernen Anlagen arbeiten mit statisch geprüften Plattformen, isolierten Wänden, Stromanschluss und Sanitäranschlüssen. Selbst die Bauweise muss Windlasten, Feuchtigkeit und die Bewegung des Baumes Rechnung tragen. Häufig kommen freistehende Stelzenkonstruktionen zum Einsatz, um den Baum nicht selbst zu beschädigen.
Ein gutes Baumhaushotel verbindet Naturerlebnis mit Hotelstandard. Entscheidend sind hier die Fragen nach ganzjähriger Nutzbarkeit, Heizanlage, Schallschutz bei Regen und sichere Zugänge. Auch Brandschutz und Fluchtwege kommen zum Tragen, denn hier müssen erhöhte Bauwerke bestimmten Vorschriften genügen.

Reisende sollten zudem nachfragen, wie es mit Frühstück, Parkplatz und Gepäcktransport aussieht. Und nicht jede Anlage ist barrierefrei und nicht jedes Baumhaus für kleine Leute geeignet.

Schlafstrandkorb: Nordsee-Idylle mit Wetterrisiko

Schlafstrandkörbe sind eine weitere Ausprägung der klassischen Strandkörbe und bieten für zwei Personen ein wetterfestes Plätzchen. Und doch bleiben sie draußen, wo Wind, Temperatur und Feuchte das Vergnügen arg trüben können.
Die Saison beschränkt sich auf späte Frühjahrswochen bis in den frühen Herbst. Sanitäranlagen sind in der Regel in Strandnähe, aber nicht direkt am Schlafplatz. Wer hier übernachtet, sollte mit Geräuschkulisse und fehlendem Sichtschutz rechnen. Die Aussicht aufs Wasser ist halt einfach schöner als ein Hotelzimmer mit Meerblick.

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Hausboot, Tiny House und andere Erlebnisse im Minimalismus

Hausboote sind eine Möglichkeit, nachts auf dem Wasser zu schlafen, häufig ohne eigenen Bootsführerschein, denn sie sind häufig fest vertäut oder motorisiert mit Schwimmgeschwindigkeit. Es muss eine Sicherheitsausstattung wie Rettungswesten vorhanden sein, es ist eine Einweisung nötig, und die Wetterlage muss stimmen. Beim Komfort unterscheiden sich die Anbieter stark, ebenso bei der Ausstattung.
Tiny Houses setzen auf Reduzierung der Wohnfläche mit funktionellem Design. Seriöse Anbieter haben durchdachte Raumkonzepte, isolierte Wände, energieeffiziente Technik. Wer ein sehr kompaktes Tiny House bucht, sollte auf Stauraum, Sanitärausstattung und Belüftung achten.

Weitere Varianten sind etwa Schäferwagen, umgebaute Bauwagen oder auch gläserne Bubble Tents. Letztere ermöglichen freie Sicht in den Himmel, sind aber stark vom Wetter abhängig. Ohne gute Belüftung oder Klimatisierung wird es im Sommer schnell unangenehm.

Hausboot

Planung: Was alle besonderen Unterkünfte gemeinsam haben

Außergewöhnliche Unterkünfte sind fast immer Einzelprojekte mit geringer Auslastung. Sie sind daher vor allem am Wochenende und zu Ferienzeiten besser nachgefragt. Frühzeitiges Buchen ist auch hier von Vorteil, zumal zahlreiche Anbieter besondere Stornierungsbedingungen vorsehen (Schaden von doppelter Buchung ist nicht so schnell ausgeglichen).
Und auch die Infrastruktur rund um die außergewöhnliche Unterkunft sollte man im Auge behalten. Viele dieser kleinen Häuser liegen nicht zentral in der Stadt, Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Anbindung an den öffentlichen Verkehr sind nicht unbedingt zu erwarten.

Last but not least, die Erwartungshaltung: Wer sich für eine spezielle Unterkunft entscheidet, entscheidet sich bewusst auf die Eigenheit dieses Erlebnisses ein. Leichte Einschränkungen beim Komfort sind die Regel und stellen keinen Mangel dar. Der Mehrwert liegt im Erlebnis, in der Atmosphäre, in der Lage und in der anderen Perspektive.

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Wer in Deutschland ausgefallen übernachten möchte, muss erstmal bestimmen, welches Erlebnis er im Kopf hat. Natur? Ausgefallenes Design? Wasserlage? Abgeschiedenheit? Dann wird aus der besonderen Unterkunft kein Risiko, sondern ein bewusster Perspektivwechsel.

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