Eine Hüttentour für Anfänger gelingt mit drei Dingen: früh reservierten Schlafplätzen, kurzen Etappen auf blau oder rot markierten Bergwegen und einem leichten Rucksack. Im Matratzenlager einer Alpenvereinshütte der Kategorie I zahlen erwachsene Mitglieder 2026 höchstens 15 Euro, Nichtmitglieder mindestens 12 Euro mehr.
Die Alpenvereine teilen ihre Hütten in drei Kategorien ein, von der schlichten Schutzhütte bis zum Berggasthof an der Seilbahn. Schlafplätze buchst du über das Portal Hut Reservation oder direkt bei der Hütte. Storno und Anzahlung regelt jede Hütte selbst. Der Hüttenschlafsack ist Pflicht, die Hüttenruhe beginnt in der Regel um 22 Uhr, bezahlt wird meist bar. Die Mitgliedschaft im Alpenverein senkt den Übernachtungspreis und bringt einen Versicherungsschutz für Bergungskosten mit. Im Notfall wählst du die 112.
Was bedeuten die Hüttenkategorien I, II und III des Alpenvereins?
Die Hüttenkategorien des Alpenvereins beschreiben Lage und Komfort: Kategorie I sind schlichte Schutzhütten mit mindestens einer Gehstunde Aufstieg, Kategorie II besser ausgestattete Hütten in vielbesuchten Gebieten, Kategorie III mechanisch erreichbare Häuser mit landesüblicher Gastronomie. Für Anfänger passen I und II.
Der Deutsche Alpenverein (DAV) beschreibt Hütten der Kategorie I als Stützpunkte in Extremlage. Die Ausstattung ist schlicht, eine einfache Verköstigung reicht aus. Gäste erreichen diese Hütten nur in Ausnahmefällen mit mechanischen Hilfen, also mit Seilbahn oder Lift. Solche Häuser können bewirtschaftet sein, aber auch als Selbstversorgerhütte oder Biwak geführt werden. Versorgt werden sie laut DAV heute in der Regel per Hubschrauber, was das schmale Angebot erklärt.
Hütten der Kategorie II eignen sich laut DAV wegen der umfangreicheren Ausstattung auch für mehrtägige Aufenthalte und für den Familienurlaub. Sie können mechanisch erreichbar sein und sind in der Regel ganzjährig bewirtschaftet. Für die erste Nacht am Berg ist das oft die entspanntere Wahl.

Kategorie III umfasst Alpenvereinshäuser, die vor allem Ausflugsziel für Tagesgäste oder ortsübliche Beherbergungsbetriebe sind. Die gemeinsame Hütten- und Tarifordnung von DAV, Österreichischem Alpenverein (ÖAV) und Alpenverein Südtirol (AVS) gilt dort nicht. Mitglieder erhalten in diesen Häusern lediglich mindestens 10 Prozent Rabatt auf die Nächtigung.
Zusammen betreiben die drei Vereine nach eigenen Angaben rund 550 Schutzhütten der Kategorien I und II. Dazu kommen die Hütten des Schweizer Alpen-Clubs (SAC), der auf seiner Mitgliederseite 151 eigene Hütten nennt. Welche Kategorie eine Hütte hat, steht auf der Hüttenseite der Sektion und in der Hüttensuche der Vereine.
Wie reservierst du einen Schlafplatz und was gilt bei Storno?
Einen Schlafplatz reservierst du online über Hut Reservation, das gemeinsame Portal von DAV, ÖAV, SAC und AVS, oder per Telefon und E-Mail direkt bei der Hütte. Anzahlung und Stornogebühr legt jede Hütte selbst fest, deshalb liest du die Bedingungen vor der Buchung.
Laut DAV nutzen mehr als 500 Hütten im Alpenraum das Online-System, pro Jahr laufen rund 1,5 Millionen Reservierungen darüber. Ende 2024 hat Hut Reservation die frühere Plattform alpsonline.org abgelöst. Praktisch für Mehrtagestouren ist der Bettencheck, der freie Plätze in mehreren Hütten gleichzeitig ab einem Startdatum abfragt. Kurzfristig frei gewordene Plätze zeigt das Werkzeug Last-Minute-Hüttenbett.
Wann die Buchung für den nächsten Sommer öffnet, entscheidet jede Hütte. Der DAV nennt als Spanne Dezember bis März und als Hauptbuchungszeit Mitte Februar bis etwa Mitte oder Ende April. Das Watzmannhaus der Sektion München kündigt zum Beispiel an, dass Reservierungen für 2027 ab Mitte Dezember online möglich sind (Stand Oktober 2026). Für Wochenenden und Ferienzeiten in bekannten Gebieten lohnt es sich, diesen Termin im Kalender zu haben.
Die Hütten- und Tarifordnung erlaubt den Wirtsleuten, höchstens 90 Prozent der Schlafplätze im Voraus zu vergeben. Der Rest bleibt für Erschöpfte, Verletzte und Rettungskräfte. Ein Anrecht auf einen Schlafplatz haben Mitglieder nicht, diese Bevorzugung wurde laut DAV schon 2008 abgeschafft. Wer ohne Reservierung kommt, darf abgewiesen werden, wenn der Abstieg zumutbar ist.
Zwei Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Bedingungen ausfallen. Die Kemptner Hütte in den Allgäuer Alpen lässt die kostenfreie Stornierung bis zwei Tage vor der Anreise zu, danach fallen 10 Euro Ausfallgebühr pro Person an, auch bei Regen (Stand Oktober 2026). Beim Watzmannhaus hinterlegst du für die Reservierung eine Kreditkarte, die nur bei verspäteter Absage oder Nichterscheinen belastet wird. In der Schweiz sind Änderungen und Absagen laut SAC bis zwei Tage vor der ersten Nacht um 18 Uhr möglich.
Der SAC hat im Juni 2026 außerdem eine Reservationsgebühr von zehn Franken pro Gast und Nacht für bewartete Hütten beschlossen. Sie wird auf den Übernachtungspreis angerechnet, bei einer Absage aber nicht erstattet. Eingeführt wird sie laut SAC frühestens zum 1. Januar 2027. Sag in jedem Fall früh ab, wenn du nicht kommst. Die Sektionen München und Oberland weisen darauf hin, dass ein fehlender Gast auch verunglückt sein könnte.
Was kostet eine Nacht auf der Hütte für Mitglieder und Nichtmitglieder?
Eine Nacht auf einer Alpenvereinshütte der Kategorie I kostet erwachsene Mitglieder 2026 höchstens 15 Euro im Matratzenlager, 25 Euro im Mehrbettzimmer und 36 Euro im Zweierzimmer. Nichtmitglieder zahlen mindestens 12 Euro mehr. Essen kommt hinzu, denn Halbpension enthält den Schlafplatz nicht.
Die Obergrenzen stehen in der Hütten- und Tarifordnung des Alpenvereins. Sie gelten für Mitglieder und ihnen Gleichgestellte, also auch für Mitglieder von Vereinen mit Gegenrechtsabkommen. Die Ermäßigung gibt es nur gegen Vorlage eines gültigen Mitgliedsausweises.
| Schlafplatz (Kategorie I, Mitglieder) | Erwachsene ab 25 | Junioren ab 18 | Jugendliche ab 6 | Kinder |
|---|---|---|---|---|
| Matratzenlager oder Winterraum | bis 15 Euro | bis 12 Euro | bis 7 Euro | 0 Euro |
| Mehrbettzimmer | bis 25 Euro | bis 25 Euro | bis 13 Euro | bis 8 Euro |
| Zweierzimmer (selten vorhanden) | bis 36 Euro | bis 36 Euro | bis 17 Euro | bis 10 Euro |
Auf Hütten der Kategorie II legt die Sektion die Preise freier fest. Auch dort muss der Mitgliedertarif mindestens 12 Euro unter dem Preis für Nichtmitglieder liegen, und für alle bis 24 Jahre gelten höchstens die Sätze der Kategorie I. Der Alpenverein Südtirol nennt für seine Hütten 2026 dieselben Rahmensätze in der ersten Kategorie und je einen Euro weniger in der zweiten.
Wie groß der Abstand in der Praxis ist, zeigt die Lamsenjochhütte der Sektion Oberland im Karwendel. Dort zahlen erwachsene Mitglieder 2026 im Lager 15 Euro, Nichtmitglieder 35 Euro. Im Mehrbettzimmer sind es 25 und 53 Euro, im Doppelzimmer 36 und 65 Euro. Das Frühstück kostet 19 Euro, das Bergsteigeressen 11 Euro.
Bei der Verpflegung bieten die meisten Hütten laut DAV Halbpension an, also ein Abendessen mit Vor-, Haupt- und Nachspeise und ein Frühstück. Der Preis dafür enthält die Übernachtung nicht. Die Hütte darf die Reservierung auch nicht an die Halbpension koppeln. Mitglieder können stattdessen das Bergsteigeressen bestellen, ein mindestens vegetarisches Gericht für höchstens 11 Euro, und bekommen Teewasser für 3 Euro pro Liter. Einen einheitlichen Preis für die Halbpension gibt es nicht, er steht auf der jeweiligen Hüttenseite.
Die genannten Obergrenzen gelten noch für 2026. Die Sektionen München und Oberland teilen mit, dass der DAV-Verbandsrat die Obergrenzen der Übernachtungstarife wegen gestiegener Kosten zum 1. Januar 2027 anpasst. Plane die Tour für 2027 deshalb mit den Preisen, die deine Hütten selbst veröffentlichen, und rechne mit höheren Sätzen. In der Schweiz kommt ab 2027 ein Solidaritätsbeitrag pro Übernachtung hinzu, drei Franken für erwachsene SAC-Mitglieder und fünf Franken für Nichtmitglieder.


Welche Regeln gelten auf der Hütte?
Auf Alpenvereinshütten gelten vier Grundregeln: Du schläfst im eigenen Hüttenschlafsack, hältst die Hüttenruhe von 22 bis 6 Uhr ein, nimmst deinen Müll wieder mit ins Tal und trägst dich ins Hüttenbuch ein. Bezahlt wird auf den meisten Hütten nur bar.
Der Hüttenschlafsack ist laut Hütten- und Tarifordnung für alle Schlafplätze verpflichtend. Gemeint ist ein dünner Innenschlafsack aus Baumwolle oder Seide, kein warmer Schlafsack. Decken liegen auf der Hütte bereit. Wer ihn vergisst, kann ihn auf vielen Hütten kaufen. Der Alpenverein Südtirol nennt dafür 12 Euro.
Die Hüttenruhe dauert generell von 22 bis 6 Uhr. Die Wirtsleute dürfen den Beginn im Einvernehmen mit der Sektion später ansetzen, spätestens aber auf 24 Uhr. Wer früh aufbricht, packt den Rucksack am Vorabend und verlässt das Lager leise. In den Schlafräumen darfst du weder essen noch kochen, Bergschuhe bleiben draußen. Rauchen ist in der gesamten Hütte verboten.
Mülleimer für Gäste gibt es laut DAV nicht. Alles, was du mitbringst, trägst du wieder ins Tal. Viele Hütten stellen dafür Mülltüten bereit. Strom und Wasser sind knapp, weil die meisten Hütten nicht am öffentlichen Netz hängen. Eine Katzenwäsche reicht, das Handy bleibt im Flugmodus, eine Powerbank spart den Kampf um die Steckdose.
Nasse Schuhe, Stöcke und Jacken gehören in den Trockenraum und nicht ins Lager. Hunde sind in Schlafräumen grundsätzlich verboten, Ausnahmen klärst du vorab mit den Wirtsleuten. Selbstversorgung ist nur Mitgliedern in den dafür vorgesehenen Bereichen erlaubt. Die Wirtsleute dürfen dafür einen Infrastrukturbeitrag von 2,50 Euro für Tagesgäste und 5 Euro pro Übernachtung verlangen.
Beim Bargeld ist der DAV deutlich: Auf den meisten Alpenvereinshütten ist Kartenzahlung nicht möglich, weil Netzabdeckung oder Strom fehlen. Kemptner Hütte, Lamsenjochhütte und Watzmannhaus nehmen nach eigenen Angaben ausschließlich Bargeld. Rechne Übernachtung, Essen und Getränke für alle Tage zusammen und nimm einen Puffer mit.
Auf vielen Hütten gibt es abends kein Essen à la carte mehr. Der DAV weist darauf hin, dass nach 17 Uhr oft weder ein Gericht von der Karte noch das Bergsteigeressen bestellt werden kann, weil die Küche mit der Halbpension ausgelastet ist. Frag deshalb bei der Reservierung nach den Essenszeiten und melde vegetarische Kost oder Unverträglichkeiten vorab an. Trag außerdem vor dem Aufbruch Ziel, Route und Uhrzeit ins Hüttenbuch ein. Im Ernstfall ist das der erste Anhaltspunkt für die Bergrettung.
Lohnt sich die Mitgliedschaft im Alpenverein für die erste Hüttentour?
Die Mitgliedschaft im Alpenverein lohnt sich für die erste Hüttentour meist schon wegen des Versicherungsschutzes. Der DAV-Beitrag liegt für Erwachsene laut Verband meist zwischen 50 und 120 Euro im Jahr, dafür sind Such-, Bergungs- und Rettungskosten bis 50.000 Euro abgedeckt.
Der DAV besteht aus über 350 eigenständigen Sektionen, die ihre Beiträge selbst festlegen. Du trittst einer Sektion bei und bist damit Mitglied im Gesamtverband. Bei einer Online-Aufnahme gilt der vorläufige Ausweis laut DAV ab 0 Uhr des Folgetags. Die Mitgliedschaft läuft über das Kalenderjahr und verlängert sich, wenn du nicht bis zum 30. September kündigst.
Der Österreichische Alpenverein nennt für 2026 einen Mindestbeitrag von 75 Euro für Erwachsene, für 2027 sind es 79 Euro. Wer ab dem 1. September eintritt und den Beitrag für das Folgejahr zahlt, ist für den Rest des laufenden Jahres beitragsfrei dabei. Der Alpenverein Südtirol verlangt für 2027 von Erwachsenen mit Auslandsanschrift 65 Euro. Prüfe vor dem Beitritt die Versicherungsbedingungen, denn sie unterscheiden sich von Verein zu Verein.
Beim DAV heißt der Schutz Alpiner Sicherheitsservice (ASS). Er übernimmt laut DAV bis zu 50.000 Euro für Rettungs- und Bergungseinsätze bei Unfall oder Bergnot, auch mit dem Hubschrauber, dazu unfallbedingte Heilkosten im Ausland. Der Schutz gilt nur, wenn der Jahresbeitrag bezahlt ist, und er ist nachrangig. Leistungen anderer Versicherungen und der Krankenkasse gehen vor. Beim ÖAV sind Bergungskosten bis 25.000 Euro versichert.
Rein rechnerisch sparst du als Mitglied pro Nacht mindestens 12 Euro. Bei einem Beitrag von 75 Euro wären das sieben Nächte bis zur Kostendeckung. Auf der Lamsenjochhütte beträgt der Abstand im Lager 20 Euro, dann genügen vier Nächte. Das ist ein Rechenbeispiel, kein fester Wert. Über das Gegenrecht gelten die Mitgliederpreise laut DAV auch auf den Hütten der Partnervereine. Der AVS spricht von 1.200 Schutzhütten mit bis zu 50 Prozent Ermäßigung.
Welche Hüttentour eignet sich für Anfänger mit zwei bis vier Tagen?
Für Anfänger eignet sich eine Hüttentour mit kurzen Etappen von drei bis fünf Stunden reiner Gehzeit auf blau oder rot markierten Wegen. Zwei Tage reichen für Aufstieg, Hüttennacht und Abstieg. Für drei bis vier Tage bieten sich Teilstücke bekannter Runden an.
Der einfachste Einstieg ist eine einzelne Nacht: Du steigst am ersten Tag zu einer Hütte der Kategorie II oder zu einer gut erreichbaren Hütte der Kategorie I auf und gehst am zweiten Tag auf einem anderen Weg zurück ins Tal. Der DAV empfiehlt für Familien und Einsteiger eher die Bayerischen Voralpen als das Hochgebirge. Ab etwa 2.000 Metern wird die Luft laut DAV spürbar dünner und belastet den Körper zusätzlich.
Für drei bis vier Tage nennt der DAV unter seinen sieben Tourenvorschlägen die Lechquellenrunde in Vorarlberg und Tirol. Die Runde ist auf sechs Tage angelegt, die Gehzeiten liegen bei vier bis fünf Stunden pro Tag, der höchste Punkt ist der Gehrengrat auf 2.439 Metern. Die Etappen führen von Hütte zu Hütte, unter anderem über Biberacher, Göppinger, Freiburger und Ravensburger Hütte. Der DAV stuft seine Vorschläge insgesamt als mittel bis schwer ein und betont, dass sie sich beliebig verkürzen lassen. Gute Kondition und Trittsicherheit brauchst du auch auf einem Teilstück.
Weniger geeignet für die Premiere sind Runden mit sehr langen Tagen oder Gletscherkontakt. Die Sellrainer Runde enthält laut DAV Etappen von acht Stunden, die Pitztal-Tour ist zwar nur vier Tage lang, ihre Etappen sind aber zumeist als schwer eingestuft. Auch eine Alpenüberquerung wie der Fernwanderweg E5 ist ein Ziel für später, wenn du weißt, wie dein Körper auf mehrere Tage mit Rucksack reagiert.
Wer schon Tageserfahrung hat, findet auf urlaubszeit.de weitere Ideen: Die 8 Berg-Wanderungen für Anfänger taugen als Training vorab. Der Venediger Höhenweg und der Dolomiten Höhenweg 1 sind klassische Routen von Hütte zu Hütte, die du mit etwas Erfahrung in Angriff nehmen kannst.
Was gehört in den Rucksack und wie schwer darf er sein?
Der Rucksack für eine Hüttentour sollte laut DAV etwa 10 Kilo und höchstens 12 Kilo wiegen. Ein Volumen von 30 bis 40 Litern reicht für wenige Tage. Hinein gehören Hüttenschlafsack, Wechselwäsche, Regen- und Sonnenschutz, Erste-Hilfe-Set, Biwaksack, Stirnlampe, Bargeld und Trinkflasche.
Der DAV nennt in seinen Planungstipps etwa 10 Kilo als Grenze, damit das Wandern über mehrere Tage Spaß macht, und in der Checkliste für Hüttentouren maximal zwölf Kilo inklusive Inhalt. Je größer der Rucksack, desto größer die Versuchung, Unnötiges einzupacken. Für längere Touren empfiehlt die Checkliste 35 bis 50 Liter.
Auf der Packliste des DAV für die Hüttenübernachtung stehen:
- stabile Wanderschuhe mit Profilsohle und Wandersocken, dazu ein Ersatzpaar
- Regenjacke, warme Schicht, Mütze und Handschuhe, Regenhülle für den Rucksack
- Hüttenschlafsack, kleines Mikrofaserhandtuch, Waschbeutel, Ohrstöpsel
- Stirnlampe oder kleine Taschenlampe für den nächtlichen Weg zur Toilette
- Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflaster und Tape, Biwaksack, persönliche Medikamente
- Trinkflasche mit mindestens 2 Litern, Proviant wie Nüsse und Riegel
- Sonnencreme, Sonnenbrille, Kopfbedeckung
- Karte im Maßstab 1:25.000 oder 1:50.000, Handy, Ladegerät oder Powerbank
- Bargeld, Mitgliedsausweis, kleine Müllbeutel
Hausschuhe kannst du oft sparen. Laut DAV sind Hüttenschuhe, Bücher und Spiele auf den meisten Hütten vorhanden. Bei der Kleidung genügen ein Funktionsshirt für den Tag, das du zwischendurch auswäschst, und ein trockenes Shirt für den Abend. Wanderstöcke sind kein Muss, entlasten aber im Abstieg.
Beim Packen kommen schwere Dinge nach unten und nah an den Rücken. Biwaksack und Erste-Hilfe-Set liegen ebenfalls unten, Jacke und Mütze griffbereit oben. Proviant, Karte, Sonnenschutz und Handy wandern in die Deckeltasche. Mehr zur Auswahl von Schuhen und Kleidung liest du in den Beiträgen Welche Ausrüstung empfiehlt sich zum Wandern? und Bergsport: Auf die Ausrüstung kommt es an.

Wie planst du Gehzeiten, Wege und Wetter und was tust du im Notfall?
Gehzeiten planst du mit der Faustformel des DAV: 300 Höhenmeter Aufstieg, 500 Höhenmeter Abstieg oder 4 Kilometer Strecke pro Stunde. Wähle als Anfänger blaue und rote Bergwege und prüfe täglich das Bergwetter. Im Notfall rufst du die 112 oder gibst das alpine Notsignal.
Die Rechnung geht so: Du ermittelst die Zeit für die Höhenmeter und die Zeit für die Strecke, halbierst den kleineren Wert und addierst ihn zum größeren. Das Ergebnis ist die reine Gehzeit ohne Pausen. Der DAV rechnet zusätzlich etwa alle zwei Stunden mit 15 Minuten Pause. Mit Rucksack und in der Gruppe bist du langsamer als auf einer Tagestour. Plane die ersten Etappen deshalb bewusst kurz.
Bei den Wegen hilft die Farbe auf den gelben Wegweisern. Einfache Bergwege sind blau markiert, überwiegend schmal, können steil sein und haben keine absturzgefährlichen Passagen. Mittelschwere Bergwege sind rot und können absturzgefährliche Stellen und kurze Drahtseilpassagen enthalten. Schwarze Bergwege verlangen unbedingt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. In der Schweiz gilt die Wanderskala des SAC von T1 bis T6. Die Einstufung bezieht sich immer auf gute Verhältnisse. Nässe und Altschnee machen jeden Weg schwerer.
Die meisten Hütten öffnen laut DAV im Juni, je nach Lage läuft die Saison von Mitte Juni bis Ende September. Im Juni und Juli können in den Übergängen noch Schneereste liegen. Frag am Vorabend die Wirtsleute nach den Verhältnissen auf der nächsten Etappe. Überlege dir vorab einen Plan B: einen niedrigeren Übergang, einen Abstieg ins Tal, eine Busverbindung. Für längere Touren empfiehlt der DAV grob einen Puffertag pro sieben Tage. Weitere Hinweise zum Ablauf findest du im Beitrag Durchführung einer Tour: Worauf ist zu achten?
Im Notfall erreichst du laut DAV in allen EU-Staaten unter 112 gebührenfrei die Rettungsleitstelle. Hat das Handy keinen Empfang, schaltest du es aus, startest es neu und gibst statt der PIN die 112 ein. In Österreich erreichst du die Bergrettung zusätzlich unter 140, in der Schweiz die Rega unter 1414. Für Bayern, Österreich und Südtirol nennt der DAV außerdem die Notfall-App SOS-EU-ALP.
Ohne Netz hilft das alpine Notsignal: sechs Mal innerhalb einer Minute ein hör- oder sichtbares Zeichen geben, zum Beispiel rufen, pfeifen oder mit der Stirnlampe blinken, dann eine Minute Pause, dann wiederholen. Die Antwort lautet drei Zeichen pro Minute. Wer die Kosten eines Einsatzes trägt, hängt vom Land, vom Anlass und von deiner Versicherung ab. Kläre das vor der Tour mit deiner Krankenkasse und, falls vorhanden, mit dem Versicherer deines Alpenvereins.
Meine EinschätzungDie Übernachtung ist der kleinste Posten einer Hüttentour. Bei 15 Euro für das Lager und 19 Euro allein für ein Frühstück, wie es die Lamsenjochhütte ausweist, entscheidet das Essen über das Budget und nicht das Bett. Überschätzt wird aus unserer Sicht die Frage nach der berühmten Route. Für die erste Tour zählt eher, ob die Etappen kurz genug sind und ob es einen Abstieg ins Tal gibt, falls Knie oder Wetter nicht mitspielen. Unterschätzt wird die Verbindlichkeit der Reservierung: Stornofristen von zwei Tagen sind üblich, die Schweiz führt eine nicht erstattbare Gebühr ein. Lohnend ist die Tour für alle, die einfache Verhältnisse mögen. Wer ein eigenes Bad und ein ruhiges Einzelzimmer braucht, ist im Tal besser aufgehoben und geht Tagestouren.
- Reserviere früh: Viele Hütten öffnen die Buchung zwischen Dezember und März, höchstens 90 Prozent der Plätze sind vorab buchbar.
- Lies die Stornobedingungen jeder einzelnen Hütte und sag ab, wenn du nicht kommst.
- Mitglieder zahlen 2026 im Lager der Kategorie I höchstens 15 Euro, Nichtmitglieder mindestens 12 Euro mehr. Ab 2027 steigen die Obergrenzen.
- Hüttenschlafsack, Bargeld und Mitgliedsausweis gehören in jeden Rucksack, der höchstens 12 Kilo wiegen sollte.
- Rechne mit 300 Höhenmetern Aufstieg pro Stunde und plane Pausen sowie einen Plan B ein.
- Notruf 112, in Österreich auch 140, in der Schweiz 1414. Alpines Notsignal: sechs Zeichen pro Minute.
Häufige Fragen
Nein. Laut Deutschem Alpenverein kann auf Alpenvereinshütten jeder übernachten. Mitglieder zahlen auf Hütten der Kategorien I und II mindestens 12 Euro weniger pro Nacht und können das vergünstigte Bergsteigeressen bestellen. Ein Anrecht auf einen Schlafplatz haben auch Mitglieder nicht, deshalb solltest du immer reservieren und den Mitgliedsausweis beim Einchecken vorlegen.
Du brauchst einen Hüttenschlafsack. Die Hütten- und Tarifordnung der Alpenvereine schreibt ihn für alle Schlafplätze verpflichtend vor. Gemeint ist ein dünner Innenschlafsack aus Baumwolle oder Seide, Decken liegen auf der Hütte bereit. Viele Hütten verkaufen Hüttenschlafsäcke vor Ort, der Alpenverein Südtirol nennt dafür einen Preis von 12 Euro.
Meist nicht. Der Deutsche Alpenverein schreibt, dass auf den meisten Alpenvereinshütten keine Kartenzahlung möglich ist, weil Netzabdeckung oder Stromversorgung fehlen. Kemptner Hütte, Lamsenjochhütte und Watzmannhaus nehmen nach eigenen Angaben ausschließlich Bargeld. Informiere dich vorab auf der Hüttenseite und nimm genug Bargeld für Übernachtung, Essen und Getränke an allen Tourentagen mit.
So früh wie möglich nach dem Buchungsstart der jeweiligen Hütte. Laut Deutschem Alpenverein öffnen manche Hütten die Reservierung schon im Dezember, andere erst im März. Die Hauptbuchungszeit liegt erfahrungsgemäß zwischen Mitte Februar und Mitte bis Ende April. Kurzfristig helfen der Bettencheck und das Werkzeug Last-Minute-Hüttenbett, die freie Plätze im Reservierungssystem der Alpenvereine anzeigen.
Du gibst sechs Mal innerhalb einer Minute ein hör- oder sichtbares Zeichen, etwa durch Rufen, Pfeifen oder Lichtzeichen. Danach folgt eine Minute Pause, dann wiederholst du das Signal. Die Antwort der Helfer besteht aus drei Zeichen pro Minute. Wenn du Mobilfunkempfang hast, wählst du laut Deutschem Alpenverein zuerst den europaweiten Notruf 112.
