Alpenüberquerung E5: Etappen von Oberstdorf nach Meran
Alpenüberquerung E5
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Alpenüberquerung E5: Etappen von Oberstdorf nach Meran

Die Alpenüberquerung auf dem E5 führt in sechs Wandertagen von Oberstdorf im Allgäu über Lechtal, Inntal, Pitztal und Ötztal nach Meran in Südtirol. Du übernachtest auf vier Hütten und einmal im Tal, überschreitest das Niederjoch auf 3.019 Metern und brauchst Kondition, Trittsicherheit und reservierte Schlafplätze.

Kurz zusammengefasst

Tourismus Oberstdorf beschreibt die Route in sechs Etappen mit Tagesdauern von 5 bis 9 Stunden. Die besten Wegverhältnisse herrschen zwischen Mitte Juli und Mitte September. Taxi, Seilbahn und Bus ersetzen mehrere Talstrecken, die Route ist also keine durchgehende Fußstrecke. Ein Lagerplatz kostet Alpenvereinsmitglieder auf den Hütten 15 bis 17 Euro, Nichtmitglieder 26 bis 31 Euro. Geführte Touren kosten bei den geprüften Anbietern ab rund 1.200 Euro. Zurück nach Oberstdorf fährt in der Saison täglich ein Sammelbus ab Meran.

Wie verläuft die Alpenüberquerung auf dem E5 von Oberstdorf nach Meran?

Die Alpenüberquerung auf dem E5 verläuft von Oberstdorf durch die Allgäuer und Lechtaler Alpen nach Zams im Inntal, weiter über das Pitztal und das Ötztal in die Ötztaler Alpen und über das Niederjoch ins Schnalstal. Von dort bringt dich der Linienbus nach Meran.

Der Europäische Fernwanderweg E5 ist nach Angaben der Europäischen Wandervereinigung 4.120 Kilometer lang und führt durch Frankreich, Deutschland, die Schweiz, Österreich und Italien. Die Strecke von Oberstdorf nach Meran ist davon nur ein kurzes, aber das bekannteste Teilstück. Der Deutsche Alpenverein (DAV) nennt sie in seiner Übersicht der Alpenüberquerungen an erster Stelle.

Wanderung zur östlichen (hinteren) Dremelscharte (auf 2470 m Höhe) von der Hanauer Hütte aus – in den Lechtaler Alpen (Österreich) gelegen und Teil des Fernwanderwegs E5
Wanderung zur östlichen (hinteren) Dremelscharte (auf 2470 m Höhe) von der Hanauer Hütte aus – in den Lechtaler Alpen (Österreich) gelegen und Teil des Fernwanderwegs E5

Die Idee geht laut Tourismus Oberstdorf auf den Sonthofener Hans Schmidt zurück. Er wanderte 1969 in neun Tagen von seiner Heimatstadt bis in die Nähe von Bozen. Aus seinem Auftrag, eine Route zwischen Konstanz und Venedig zusammenzustellen, entstand der E5, der 1972 der Öffentlichkeit übergeben wurde.

Die heutige Route nach Meran weicht vom ursprünglichen Weg ab. Tourismus Oberstdorf schreibt, dass sich die beliebte neue Version nach der Braunschweiger Hütte von der Originalroute trennt. Der eigentliche E5 führt von dort über das Timmelsjoch, das Passeiertal und die Meraner Hütte nach Bozen.

Zur Dauer nennt der DAV für die Strecke Oberstdorf bis Meran sechs bis zehn Tage, je nach Variante. Sechs Wandertage sind die straffe Fassung mit allen Transfers. Wer Talstrecken zu Fuß geht, einen Gipfel einbaut oder einen Reservetag einplant, braucht sieben bis acht Tage. Eine offizielle Gesamtlänge in Kilometern weist keine der geprüften Stellen aus, weil sie von den gewählten Transfers abhängt.

Als Orientierung gibt Tourismus Oberstdorf an, dass du pro Tag durchschnittlich 800 bis 1.200 Höhenmeter und etwa 10 bis 20 Kilometer zurücklegst. Der höchste Punkt ist die Similaunhütte am Niederjoch auf 3.019 Metern, das Ziel Meran liegt auf 325 Metern.

Welche Etappen, Gehzeiten und Hütten hat der E5 von Oberstdorf nach Meran?

Der E5 von Oberstdorf nach Meran hat in der klassischen Fassung sechs Etappen mit 5 bis 9 Stunden Tagesdauer. Übernachtet wird auf der Kemptner Hütte, der Memminger Hütte, in Zams, auf der Braunschweiger Hütte, auf der Martin-Busch-Hütte und zum Abschluss in Meran.

Die folgende Tabelle fasst die Tourdaten von Tourismus Oberstdorf zusammen, Stand der Seiten: 9. Oktober 2026. Die Werte wurden dort nach eigener Angabe manuell auf der Karte erstellt und dienen der allgemeinen Orientierung. Sie enthalten teilweise auch die Abschnitte, die du mit Taxi, Bus oder Seilbahn fährst.

TagRouteDauerAufstiegAbstiegÜbernachtung
1Oberstdorf, Trettachtal, Sperrbachtobel5 Std.1.084 Hm53 HmKemptner Hütte (1.846 m)
2Mädelejoch, Holzgau, Madautal6 Std.1.365 Hm1.002 HmMemminger Hütte (2.242 m)
3Seescharte, Zammer Loch7 Std.425 Hm1.881 HmZams (775 m), Talquartier
4Venet, Wenns, Mittelberg9 Std.siehe Text1.502 HmBraunschweiger Hütte (2.759 m)
5Pitztaler Jöchl, Vent, Niedertal8 Std.1.426 Hm1.663 HmMartin-Busch-Hütte (2.501 m)
6Niederjoch, Tisental, Vernagt7 Std.524 Hm1.338 HmMeran

Für Tag 4 weist der Datensatz einen Aufstieg von 3.486 Höhenmetern aus. Dieser Wert ist als Gehleistung nicht brauchbar, weil die Etappe eine Seilbahnfahrt und eine längere Busfahrt talaufwärts enthält. Belastbarer ist die Angabe der Braunschweiger Hütte: Von Mittelberg auf 1.736 Metern sind es rund 900 Höhenmeter und zwei bis drei Stunden bis zur Hütte.

Tag 1 führt von Oberstdorf durch das Trettachtal nach Spielmannsau und über die Kapelle am Knie durch den Sperrbachtobel. Dort verlangt der Weg laut Tourismus Oberstdorf erstmals eine gewisse Schwindelfreiheit. Die Kemptner Hütte hat rund 290 Schlafplätze.

Tag 2 überschreitet am Mädelejoch auf 1.974 Metern die Grenze nach Österreich und steigt nach Holzgau im Lechtal ab. Vom Parkplatz an der Materialseilbahn im Madautal sind es noch etwa zweieinviertel Stunden zur Memminger Hütte, die 145 Schlafplätze bietet.

Tag 3 beginnt mit rund 350 Höhenmetern Aufstieg zur Seescharte auf 2.599 Metern. Danach folgen etwa 1.800 Höhenmeter Abstieg durch das Zammer Loch nach Zams. Tag 4 ist mit 9 Stunden der längste Tag und endet mit dem Hüttenanstieg am Nachmittag.

Alpenüberquerung von der Braunschweiger Hütte beim Aufstieg zum Pitzutaler Jöchl.
Alpenüberquerung von der Braunschweiger Hütte beim Aufstieg zum Pitzutaler Jöchl.

Tag 5 führt über das Pitztaler Jöchl, das Tourismus Oberstdorf mit 2.996 Metern und die Braunschweiger Hütte mit 3.001 Metern angibt, hinab ins Skigebiet am Rettenbachferner, später nach Vent und durch das Niedertal zur Martin-Busch-Hütte. Tag 6 steigt zur Similaunhütte auf und durch das Tisental zum Vernagt-Stausee ab. Rechnerisch ergeben die sechs Etappen 42 Stunden Tagesdauer.

Balkendiagramm mit den Höhenmetern im Abstieg für die sechs Etappen der Alpenüberquerung auf dem E5 von Oberstdorf nach Meran
Der Abstieg durch das Zammer Loch nach Zams ist mit 1.881 Höhenmetern der längste der Tour.

Wie schwer ist der E5 und welche Voraussetzungen brauchst du?

Der E5 von Oberstdorf nach Meran ist eine anspruchsvolle Bergwanderung für erfahrene Bergwanderer. Du brauchst alpine Kondition für sechs Tage in Folge, Trittsicherheit in Geröll und auf Fels, ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit und Erfahrung mit Mehrtagestouren in den Alpen.

Tourismus Oberstdorf formuliert es deutlich: Wegen der anspruchsvolleren Etappen und der schwierigen Rückreise bei einem Abbruch sei die Tour für Anfänger ohne Erfahrung mit Mehrtagestouren in den Alpen nicht zu empfehlen. Der DAV stuft die Route als geeignet für erfahrene Bergwanderinnen und Bergwanderer ein.

Technisch stechen drei Tage heraus. Für Tag 1, Tag 3 und Tag 6 nennt Tourismus Oberstdorf versicherte Wegstellen, also Passagen mit Drahtseil wegen Schwierigkeit oder Absturzgefahr. An den übrigen Tagen ist Trittsicherheit im alpinen Gelände Voraussetzung. Für die Wanderroute selbst nennt keine der Beschreibungen Klettersteigausrüstung.

Konditionell unterschätzen viele die Abstiege. Der DAV bezeichnet 10 bis 15 Kilometer und 1.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg als mittelschweres Tagesprogramm. Der Abstieg nach Zams liegt mit 1.881 Höhenmetern fast beim Doppelten. Der DAV rät, gezielt Beine und Rücken zu trainieren, weil die Oberschenkelmuskulatur bergab die Knie entlastet.

Zur Einordnung der Wege hilft dir unser Beitrag zur Bewertung von Bergwegen. Wer eine technisch ähnliche Hüttentour ohne Grenzübertritt sucht, findet im Artikel zum Venediger Höhenweg einen Vergleich.

Der Abstecher auf den 3.599 Meter hohen Similaun gehört nicht zur Wanderroute. Tourismus Oberstdorf empfiehlt ihn nur erfahrenen Bergtourengängern mit Gletschererfahrung, Steigeisen und Seil.

Rote Hütte auf einem Felsrücken im Abendlicht
Schutzhütten sind auf einer Alpenüberquerung Etappenziel und Schlafplatz zugleich.

Wann ist die beste Zeit für den E5 und wie gefährlich sind Schneefelder?

Die beste Zeit für den E5 liegt laut Tourismus Oberstdorf zwischen Mitte Juli und Mitte September. Dann ist der Großteil des Altschnees geschmolzen und Neuschnee wenig wahrscheinlich. Schneefelder an den hohen Übergängen bleiben vor allem früh in der Saison und nach Wetterstürzen ein ernstes Risiko.

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Die Hütten geben den Rahmen vor. Die Kemptner Hütte nahm 2026 Buchungen vom 4. Juni bis 4. Oktober an. Die Braunschweiger Hütte nannte als erste Übernachtung den 8. Juni und als letzte den 23. September 2026. Die Similaunhütte öffnete am 13. Juni 2026, die Martin-Busch-Hütte schloss am 20. September 2026. Die Termine für 2027 legen die Hütten neu fest.

Offene Hütten bedeuten keine schneefreien Wege. Für die Seescharte weist Tourismus Oberstdorf darauf hin, dass nordseitig im Frühling oder bei Wetterstürzen Schneefelder oder Vereisungen möglich sind. Für Tag 5 nennt die Seite Schnee als Wegbeschaffenheit, für Tag 6 unter Umständen Schnee oder Eis.

Der DAV warnt, dass Altschneefelder selbst von versierten Bergwandernden unterschätzt werden. Wer auf einem harten, 40 Grad steilen Firnfeld ins Rutschen gerät, erreicht laut DAV fast die Geschwindigkeit des freien Falls. Schneefelder sind morgens oft eisig. Lässt sich kein sicherer Tritt in den Schnee kerben, rät der DAV zum Umdrehen.

Für einen frühen Start nach einem schneereichen Winter, etwa Anfang Juli, empfiehlt der DAV Grödel oder leichte Steigeisen. Neuschnee fällt in den Bergen nach Angaben des DAV selbst im Hochsommer nicht selten. Sommertage bringen außerdem Wärmegewitter. Der DAV rät, morgens das Bergwetter zu prüfen und früh zu starten.

Das Bergwetter des Deutschen Alpenvereins stammt vom Wetterdienst der GeoSphere Austria und reicht mehrere Tage voraus. Welche Risiken beim Bergwandern grundsätzlich zusammenkommen, erklärt unser Beitrag über Gefahren beim Wandern in den Bergen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine Tourenplanung. Wegzustand, Altschnee und Wetter ändern sich täglich. Prüfe vor jeder Etappe das Bergwetter und frage auf der Hütte nach den Verhältnissen am nächsten Übergang. Plane Abstiege ins Tal und einen Reservetag ein. Im Notfall gilt in allen Alpenländern der Notruf 112. Ob dein Versicherungsschutz Such- und Bergungskosten abdeckt, klärst du vorab mit dem Alpenverein oder deinem Versicherer.

Wie reservierst du die Hütten am E5 und was kosten sie?

Die Hütten am E5 reservierst du online über das jeweilige Buchungsportal der Hütte und am besten mehrere Monate vor dem Start. Ein Lagerplatz kostet Alpenvereinsmitglieder 15 bis 17 Euro pro Nacht, Nichtmitglieder 26 bis 31 Euro. Halbpension, Getränke und Stornogebühren kommen hinzu.

kemptner hütte
Kemptner Hütte

Zum Vorlauf erklärt der DAV: Viele Hütten schalten die Buchung für die neue Saison zwischen Dezember und März frei. Die Hauptbuchungszeit liegt erfahrungsgemäß zwischen Mitte Februar und Mitte bis Ende April. Den genauen Termin nennt die jeweilige Hüttenseite. Seit 2025 gibt es im Reservierungssystem der Alpenvereine außerdem einen Bettencheck für Mehrtagestouren.

Die Portale unterscheiden sich. Kemptner Hütte und Memminger Hütte buchst du über Hütten-Holiday, die Braunschweiger Hütte und die Martin-Busch-Hütte über das Online-Reservierungssystem der Alpenvereine. Die Similaunhütte ist ein Sonderfall: Sie nimmt Reservierungen von November bis Anfang Juni per E-Mail an, danach nur telefonisch.

HütteLager MitgliedLager NichtmitgliedZimmer Mitglied / NichtmitgliedStand
Kemptner Hütte15 Euro27 Euro25 / 37 EuroHüttenseite, Abruf Oktober 2026
Memminger Hütte15 Euro26 Euro24 / 36 EuroTarife 2027
Braunschweiger Hütte17 Euro31 Euro23 / 36 EuroHüttenseite, Abruf Oktober 2026

Die Preise gelten für Erwachsene pro Nacht ohne Verpflegung. Die Memminger Hütte berechnet für Halbpension mit Frühstücksbuffet 49 Euro pro Person zusätzlich (Tarife 2027). Die Braunschweiger Hütte nennt 19,40 Euro für das Frühstücksbuffet. Für die Martin-Busch-Hütte lag keine überprüfbare Preisliste vor.

Die Similaunhütte vergibt Schlafplätze nur mit Halbpension: 87 Euro im Matratzenlager und 95 Euro im Mehrbettzimmer (Preise 2026). Für eine verbindliche Reservierung verlangt sie ein Angeld von 45 Euro pro Tag und Person, das nicht erstattet wird. In der klassischen Einteilung übernachtest du allerdings auf der Martin-Busch-Hütte und kehrst auf der Similaunhütte nur ein.

Den Mitgliederpreis erhältst du nur mit Nachweis. Die Memminger Hütte erkennt als Mitglied an, wer einen gültigen Jahresausweis zusammen mit einem Personalausweis vorzeigt. Die Stornoregeln sind streng: Die Braunschweiger Hütte berechnet bis 21 Tage vor Anreise nichts, bis 7 Tage vorher 20 Euro und danach oder bei Nichterscheinen 35 Euro pro Platz und Nacht. Die Memminger Hütte verlangt ab 5 Tagen vor Anreise 20 Euro pro Person und Nacht, schlechtes Wetter ist ausdrücklich kein Grund für eine kostenlose Stornierung. Die Kemptner Hütte lässt die kostenfreie Stornierung bis 2 Tage vor Anreise zu und erhebt danach 10 Euro pro Person.

Gut zu wissen

Drei Details stehen nur auf den Hüttenseiten und entscheiden über den Tagesablauf. Die Memminger Hütte hält gebuchte Plätze bis 17 Uhr frei, die Braunschweiger Hütte bis 18 Uhr. Wer später ankommt, verliert den Anspruch. Kemptner Hütte und Braunschweiger Hütte nehmen nur Bargeld, auch die Similaunhütte bittet um Barzahlung. Die Kemptner Hütte hat keine Duschen, keinen Handyempfang und kein WLAN, erlaubt keine Hunde und verbietet Zelten und Biwakieren. Einen Hüttenschlafsack bringst du mit oder kaufst ihn dort.

Welche Transfers gehören zur klassischen Route und was lässt sie aus?

Zur klassischen Route gehören fünf Transfers: das Taxi von Holzgau ins Madautal, die Venet-Bergbahn ab Zams, der Linienbus durchs Pitztal, der Bus durch den Tunnel zwischen Rettenbachferner und Tiefenbachferner und der Linienbus vom Vernagt-Stausee nach Meran. Ausgelassen werden vor allem lange Talstrecken.

Am ersten Tag kannst du laut Tourismus Oberstdorf zusätzlich mit dem Bus bis Spielmannsau fahren und den flachen Talweg abkürzen. Ein Gepäcktransport mit der Materialseilbahn der Kemptner Hütte ist nicht möglich.

Memminger Hütte E5
Memminger Hütte E5

Am zweiten Tag empfiehlt Tourismus Oberstdorf das Taxi ab Holzgau, weil die Strecke ins Madautal rund 15 Kilometer lang ist und größtenteils über eine Teerstraße führt. Die Memminger Hütte bestätigt einen kostenpflichtigen Taxidienst zwischen Holzgau und dem Parkplatz der Hütte in den Sommermonaten. Zu Fuß gibt sie von Bach aus 5 bis 6 Stunden bis zur Hütte an. Tourismus Oberstdorf rät, in Holzgau nach dem günstigeren Linientaxi zu fragen oder ein Taxi mit anderen zu teilen.

Am vierten Tag ersetzt die Venet-Bergbahn den Aufstieg von Zams zum 2.208 Meter hohen Krahberg. Von dort steigst du nach Wenns ab, entweder direkt über die Goglesalpe oder über die Glanderspitze mit rund 1.400 Höhenmetern Abstieg. Der Linienbus fährt weiter nach Mittelberg am Talende des Pitztals. Tourismus Oberstdorf rät, die Abfahrtszeiten vorab zu prüfen.

Am fünften Tag steigst du vom Pitztaler Jöchl zur Talstation am Rettenbachferner ab. Ein Bus bringt dich durch einen Tunnel zum Tiefenbachferner. Erst dort beginnt der Panoramaweg nach Vent. Am sechsten Tag endet der Fußweg am Vernagt-Stausee im Schnalstal.

Gepäck lässt sich an zwei Hütten gegen Gebühr mit der Materialseilbahn befördern. Die Memminger Hütte nimmt Rucksäcke am Schoberplatz an, wobei Lebensmittel Vorrang haben. Die Braunschweiger Hütte nennt 6 Euro für den Seilbahntransport. Den Hüttenanstieg gehst du in jedem Fall selbst. Die Memminger Hütte weist darauf hin, dass die Personenbeförderung mit der Materialseilbahn streng verboten ist.

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Geführt oder auf eigene Faust: Was kostet die Alpenüberquerung auf dem E5?

Auf eigene Faust kostet die Alpenüberquerung auf dem E5 nach der Faustregel des DAV rund 100 Euro pro Tag einschließlich Hütte und Halbpension, dazu An- und Rückreise. Geführte Touren mit Bergführer, Unterkunft, Transfers und Rückfahrt kosten bei den geprüften Anbietern rund 1.200 bis 1.450 Euro.

Der DAV rechnet für eine Hüttennacht mit Halbpension mit mindestens 50 Euro, Getränke kommen dazu. Die Hüttenpreise am E5 bestätigen das: Lager und Halbpension ergeben auf der Memminger Hütte für Mitglieder 64 Euro, für Nichtmitglieder 75 Euro. Hinzu kommen Taxi, Bergbahn, Busse, die Talübernachtungen in Zams und Meran und die Rückfahrt.

Für Komplettpakete kommerzieller Anbieter und Alpinschulen nennt der DAV bei sieben Tagen 1.200 bis 1.800 Euro (Stand des DAV-Beitrags: Juni 2024). Zwei Beispiele aus Oberstdorf: Die Alpinschule Oberstdorf schreibt ihre siebentägige Tour mit 4 bis 12 Personen für die Termine 2027 mit 1.239 Euro aus, zum Alpenvereinspreis mit 1.217 Euro. Das Oase AlpinCenter nennt für sechs Tage mit Gepäcktransport 1.435 Euro (Abruf Oktober 2026). Getränke und Einkehr unterwegs zahlst du jeweils selbst.

Günstiger sind geführte Touren der Alpenvereinssektionen. Der DAV nennt dafür in der Regel 100 bis 200 Euro pro Woche, allerdings ohne Hütten, Verpflegung und Anreise. Welche Touren es gibt, erfährst du bei den Sektionen.

Die Führung bezahlst du nicht nur für die Wegfindung. Tourismus Oberstdorf nennt als Vorteile die organisierten Zwischentransfers, die Hüttenreservierungen und die Rückreise. Die Seite empfiehlt die geführte Gruppe ausdrücklich für Ungeübte mit wenig Bergerfahrung. Wer selbst plant, sollte laut Tourismus Oberstdorf unter der Woche starten, am besten dienstags oder mittwochs, und die Ferienzeiten meiden.

Wanderrucksack und Bergschuhe auf einem Felsen im Gebirge
Der Alpenverein empfiehlt für Mehrtagestouren höchstens acht bis neun Kilo Gepäck.

Was gehört in den Rucksack und wie kommst du von Meran zurück nach Oberstdorf?

In den Rucksack gehören nach der Packliste des DAV höchstens acht bis neun Kilo: eingelaufene Bergschuhe, Regenschutz, Wärmeschicht, Hüttenschlafsack, Erste-Hilfe-Set und Bargeld. Von Meran nach Oberstdorf fahren in der Saison Sammelbusse, die tägliche Verbindung startet um 8 Uhr am Bahnhof Meran.

Der DAV empfiehlt Rucksäcke mit 30 bis 45 Litern, unabhängig von der Dauer der Tour. Als Schuhe rät er zu Wanderstiefeln der Kategorie B oder B/C. Tourismus Oberstdorf verlangt knöchelhohe, eingelaufene Bergschuhe mit guter Profilsohle. Schwere Gegenstände packst du laut DAV nah an den Rücken.

Auf der Packliste des DAV stehen unter anderem:

  • Regenjacke und Regenhose, Handschuhe und Mütze
  • Trekkingstöcke, die bergab die Knie entlasten
  • Hüttenschlafsack und leichte Hüttenschuhe
  • Biwaksack, Erste-Hilfe-Set und Blasenpflaster
  • Stirnlampe, Sonnenschutz und Wasserflasche
  • Bargeld, Alpenvereinsausweis, Personalausweis und Krankenversicherungskarte

Mehr zur Auswahl von Schuhen und Bekleidung steht in unserem Beitrag Bergsport: Auf die Ausrüstung kommt es an. Tourismus Oberstdorf rät außerdem zu Kartenmaterial und zu Tabletten oder einer Filterflasche, falls du unterwegs Wasser entkeimen musst.

e5

Für die Rückreise nennt Tourismus Oberstdorf auf der Seite zur Alpenüberquerung zwei Busunternehmen mit regelmäßigem E5-Shuttle. Bus Prenner fährt nach eigenen Angaben vom 11. Juni bis 20. September 2027 täglich um 8 Uhr ab Meran Hauptbahnhof und erreicht Oberstdorf gegen 13.30 Uhr. Der Normalpreis beträgt 55 Euro pro Person, ab sechs Personen 49 Euro (Preise 2027). Bezahlt wird bar bei der Fahrt. Schmid Reisen aus Nauders bietet einen weiteren Shuttle mit Zustieg im Vinschgau an.

Ein Rücktransfer über die Busse der Bergschulen ist laut Tourismus Oberstdorf nicht mehr möglich, weil die Gruppen die Plätze selbst belegen. Die Alternative ist die Bahn: Die Kurverwaltung Meran nennt die Stadt ganzjährig mit dem Zug erreichbar. Fahrzeiten und Preise nach Oberstdorf findest du in der Auskunft der Bahn.

Tourismus Oberstdorf empfiehlt, schon zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, weil die Rückreise dann einfacher wird. Wer vor oder nach der Tour noch Zeit hat, findet Ideen in unseren Beiträgen Allgäu: Urlaub in Bayern und Reiseziele und Touren in den deutschen Alpen.

Meine Einschätzung

Der E5 von Oberstdorf nach Meran wird oft als Alpenüberquerung für Einsteiger verkauft. Die Quellen zeigen ein anderes Bild. Tourismus Oberstdorf rät Anfängern ohne Mehrtageserfahrung ab, und die Zahlen erklären warum: Die Abstiege summieren sich rechnerisch auf rund 7.400 Höhenmeter, der längste Tag dauert 9 Stunden. Überschätzt wird dagegen der Gedanke, die Alpen komplett zu Fuß zu queren. Die klassische Fassung enthält fünf Transfers. Im Bergpodcast des DAV sagen drei Wanderinnen nach ihrer Alpenüberquerung auf einer anderen Route, sie würden die Busfahrten im Rückblick streichen und lieber mehr wandern. Die Tour lohnt sich für trittsichere Wanderer mit Hüttenerfahrung, die volle Lager und feste Etappen akzeptieren. Wer flexibel bleiben will, startet unter der Woche und plant sieben oder acht Tage statt sechs. Wer unsicher ist, bucht die geführte Gruppe und kauft sich damit vor allem Organisation und Rückfahrt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Sechs Etappen mit 5 bis 9 Stunden Tagesdauer, höchster Punkt 3.019 Meter an der Similaunhütte
  • Härtester Abstieg: 1.881 Höhenmeter von der Seescharte nach Zams am dritten Tag
  • Beste Wegverhältnisse zwischen Mitte Juli und Mitte September, Schneefelder an Seescharte und Jöchern möglich
  • Hütten ab Dezember bis März buchbar, Hauptbuchungszeit Mitte Februar bis Ende April
  • Lager für Mitglieder 15 bis 17 Euro, Stornogebühren bis 35 Euro pro Platz und Nacht
  • Rückfahrt mit dem Sammelbus ab Meran um 8 Uhr, 55 Euro pro Person (Preise 2027)

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Alpenüberquerung auf dem E5 von Oberstdorf nach Meran?

Die klassische Fassung hat sechs Wandertage. Tourismus Oberstdorf gibt für die Etappen eine Tagesdauer von 5 bis 9 Stunden an. Der Deutsche Alpenverein nennt für die Strecke je nach Variante sechs bis zehn Tage. Mit einem Reservetag für schlechtes Wetter und der Rückreise solltest du mindestens eine volle Woche einplanen, besser acht Tage.

Ist der E5 von Oberstdorf nach Meran für Anfänger geeignet?

Nein. Tourismus Oberstdorf rät Anfängern ohne Erfahrung mit Mehrtagestouren in den Alpen von der Tour ab. Verlangt werden gute alpine Kondition, Trittsicherheit und ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit. Der Deutsche Alpenverein empfiehlt weniger erfahrenen, aber fitten Wanderern eine geführte Tour und rät grundsätzlich davon ab, allein zu gehen.

Wann sollte man die Hütten am E5 reservieren?

So früh wie möglich. Laut Deutschem Alpenverein öffnen viele Hütten die Buchung für die neue Saison zwischen Dezember und März, die Hauptbuchungszeit liegt zwischen Mitte Februar und Mitte bis Ende April. Kemptner Hütte und Memminger Hütte buchst du über Hütten-Holiday, die Braunschweiger Hütte und die Martin-Busch-Hütte über das Reservierungssystem der Alpenvereine.

Was kostet eine Übernachtung auf den Hütten am E5?

Ein Lagerplatz kostet Alpenvereinsmitglieder auf Kemptner Hütte, Memminger Hütte und Braunschweiger Hütte 15 bis 17 Euro pro Nacht, Nichtmitglieder zahlen 26 bis 31 Euro. Die Halbpension kommt hinzu, auf der Memminger Hütte sind das 49 Euro pro Person (Tarife 2027). Der Deutsche Alpenverein rechnet insgesamt mit rund 100 Euro pro Tag.

Wie kommt man von Meran zurück nach Oberstdorf?

In der Saison fahren Sammelbusse. Bus Prenner fährt nach eigenen Angaben vom 11. Juni bis 20. September 2027 täglich um 8 Uhr ab Meran Hauptbahnhof und erreicht Oberstdorf gegen 13.30 Uhr. Der Normalpreis beträgt 55 Euro pro Person. Tourismus Oberstdorf nennt außerdem den Shuttle von Schmid Reisen. Alternativ fährst du mit der Bahn.

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