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Wildcampen und frei Stehen in Frankreich

by Urlauber
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Frankreich ist ein wundervolles Urlaubsziel im Westen Europas mit mittelalterlichen Städten, romantischen Bergdörfern und herrlichen Mittelmeerstränden. Historische Malereien in der Höhle von Lascaux, das römische Theater und das Schloss Versailles zeugen von einer langen Geschichte und die Hauptstadt Paris gehört zu den erstklassigen Kulturzentren.

Natürlich ist das Land auch für seine herausragende Küche, die bretonische Küste, die Provence, die schicke Côte d’Azur und das raue Korsika bekannt. Aber wie kannst du Frankreich im Rahmen einer Campingreise erleben? In Frankreich herrschen zahlreiche Regeln und Gesetze bezüglich des Themas Wildcampen.

Erlaubt Frankreich das Wildcampen und frei Stehen?

Die Antwort lautet Nein. Wildcampen ist in Frankreich nicht erlaubt, aber an vielen Orten wird das Wildcampen trotzdem geduldet. Allerdings benötigst du eine Genehmigung der lokalen Behörden, wenn du an der Straße oder auf einem Parkplatz stehen willst.

Ausnahmen und Gebiete, die das Wildcampen zulassen

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Camping verboten…
  • zwischen 19 Uhr und 9 Uhr ist das Biwakieren in Nationalparks geduldet
  • kostenfreie Stellplätze für Wohnmobile und Camper
  • Grundstückbesitzer fragen

In einigen Nationalparks darf in einer bestimmten Zeitperiode unter freiem Himmel ohne Zelt übernachtet werden, wenn Hinweisschilder dies ausdrücklich gestatten. Ansonsten ist es sinnvoll, die Parkleitung zu fragen, da die Bußgelder für unerlaubtes Campen in Nationalparks sehr hoch sind.

Eine andere Option sind die kostenfreien Stellplätze für Camper, die in vielen französischen Gemeinden vorhanden sind. Sie liegen oft abseits der großen Touristenzentren. Du kannst in der Regel 12 Stunden dort stehenbleiben.

Zudem gibt es Gemeinden, die Stellplätze auf Sportplätzen anbieten. Sie sind an den Hinweisschildern „Camping reglementé, s´adresser á la mairie“ zu erkennen. Dies bedeutet, dass du dich zuvor im Rathaus anmelden musst.

Du kannst auch versuchen, die Erlaubnis von einem privaten Grundstückbesitzer einholen. Der Grundstückbesitzer kann dir das Übernachten auf dem Grundstück erlauben. Das ist eine legale Möglichkeit, ein Zelt aufzuschlagen oder einen Camper abzustellen.

Bußgelder für unerlaubtes Campen

Vor allem in den bekannten Touristenzentren und in den Nationalparks wird kontrolliert. Wenn du beim Wildcampen erwischt wirst, kann es schnell teuer werden, die Geldbußen betragen in Frankreich bis zu 1.500 €. Wie du siehst, ist es also schon etwas kompliziert, wenn es darum geht, in Frankreich legal abseits der Campingplätze zu campen. Die zahlreichen Einschränkungen machen es schwer, einen Platz zu finden.

Hier solltest du nicht ohne Sondergenehmigung campen:

  • in Naturschutzgebieten
  • am Meer
  • auf öffentlichen Straßen
  • in der Nähe einer Sehenswürdigkeit oder eines Denkmals

An allen diesen Orten herrscht ein allgemeines Campingverbot, welches auch streng kontrolliert wird. Am Mittelmeer kontrolliert vor allem die Küstenwache die Strände und in den Nationalparks patrouillieren regelmäßig die Parkranger. Parkplätze werden meistens von der lokalen Polizei überwacht.

Das Biwakieren ist im Gegensatz zum Campen an der Grenze von vielen Nationalparks legal. Allerdings nur in der Nacht. Du solltest zudem einige Kilometer zur Außengrenze des Parks Abstand halten. Falls du dir unsicher bist, frag lieber bei den Rangers nach. Es gibt keine allgemeingültige Regel, auf die man sich berufen kann.

Le Mont-Saint-Michel
Camping in der Nähe von Le Mont-Saint-Michel

Günstige und legale Alternativen

Da es in Frankreich doch recht schwer ist, einen legalen Platz zum Wildcampen zu finden, ist es gut, die Alternativen zu kennen. Die lokalen Campingplätze der Gemeinden sind sicherlich eine sinnvolle Option.

Sie werden in Frankreich als „Camping Municipal“ bezeichnet. Diese Campingplätze sind meistens recht günstig, da sie nur eine geringe Gebühr erheben. Sie bieten zudem Komfort und Sicherheit. Jedes französische Bürgeramt und Rathaus gibt gerne Auskünfte über die regionalen Plätze.

Viele der Stellplätze lassen sich auch im Vorfeld buchen. Dies erleichtert die Reiseplanung immens und erspart zeitraubende Suche nach einem Stellplatz. Diese Stellplätze sind trotzdem noch individuell und gleichzeitig völlig legal. So bist du nah an der Natur und musst keine hohe Strafe zahlen.

Camping auf Korsika
Camping auf Korsika

Mit dem Camper oder Wohnmobil in Frankreich

Auch mit dem Camper ist die Situation in Frankreich nicht unkompliziert. Das Parken ist auf Parkplätzen und am Straßenrand zwar erlaubt, aber das Campen ist nicht gestattet. Die französische StVO legt fest, wo du mit deinem Camper stehen darfst.

Auf regulären Parkplätzen ist es erlaubt, bis zu sieben Tagen mit dem Camper zu stehen, wenn du den Verkehr nicht behinderst oder die Sicht behinderst. Beachte aber, dass du auf den Parkplätzen keine Tische oder Stühle aufstellen darfst, dies gilt als Campen und dies ist streng verboten.

Alternativ dazu gibt es offizielle Parkplätze zum freien Stehen für Wohnmobile. Diese kannst du im „Guide Officiel des aires de services camping-cars“ finden. Sie haben auch Entsorgungsstationen und Stromanschlüsse. Die meisten Stellplätze sind kostenlos, einige Plätze erheben eine geringe Gebühr.

Eine andere Option sind die „Stop Accueil Camping Car“ Parkplätze. Hier darfst du nur zwischen 18 Uhr bis 10 Uhr stehen, aber diese Plätze sind sehr günstig, aber trotzdem recht komfortabel.

camping-am-lavendelfeld-frankreich

Tipps für das Wildcampen Frankreich

Zu den Regeln, die es in Frankreich beim Wildcampen zu beachten gibt, gehören:

  • aufräumen
  • kein Feuer machen
  • ausreichend Wasser und Proviant einpacken
  • Handy mitnehmen

Beim Wildcampen ist es wichtig, dass du keine Spuren hinterlässt. Dies bedeutet, dass du deinen Müll stets ordentlich wegräumst. Wohnmobile dürfen ihr Grauwasser nur an Entsorgungsstationen entsorgen. Solche Entsorgungsstationen findest du in Frankreich auf allen offiziellen Stehplätzen.

Feuer ist im Wald immer gefährlich. Mache darum niemals ein Feuer in der freien Natur. Nutze lieber einen Campingkocher oder die Küchenzeile im Wohnmobil. Lagerfeuer sind schön, aber ein Waldbrand ist eine echte Katastrophe.

Wenn du an einem abgelegenen Ort campen möchtest, musst du dich gut vorbereiten und ausreichend Wasser und Proviant einpacken. Volle Wassertanks sind in der Wildnis sehr wichtig.

Denke auch an ein Handy. Es ist wichtig, notfalls schnell Hilfe holen zu können, wenn man allein in der Natur zeltet.

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