Strom auf dem Campingplatz: CEE-Stecker, Kabel, Ampere und Kosten
Beleuchtete Wohnwagen auf einem Campingplatz am Abend
Camping Reiseratgeber

Strom auf dem Campingplatz: CEE-Stecker, Kabel, Ampere und Kosten

Strom auf dem Campingplatz kommt aus einer Stromsäule mit blauer CEE-Steckdose und 230 Volt. Du brauchst ein CEE-Kabel vom Typ H07RN-F mit 2,5 mm² Querschnitt und höchstens 25 Metern Länge. Die Absicherung in Ampere bestimmt, welche Geräte gleichzeitig laufen.

📋 Kurz zusammengefasst

Der blaue CEE-Stecker mit 3 Polen und 16 Ampere ist der Standard auf europäischen Campingplätzen. Das passende Kabel heißt H07RN-F 3G2,5 und ist maximal 25 Meter lang. Die Leistung errechnest du mit Watt = Volt × Ampere: 6 Ampere ergeben 1.380 Watt, 10 Ampere 2.300 Watt, 16 Ampere 3.680 Watt. Abgerechnet wird als Pauschale pro Nacht oder nach Kilowattstunden über einen Zähler. Im Ausland sind niedrige Absicherungen, Schuko-Steckdosen und vertauschte Polarität häufiger. Ein Fehlerstromschutzschalter mit 30 Milliampere und eine vollständig abgerollte Kabeltrommel sind Pflicht.

Wie funktioniert Strom auf dem Campingplatz?

Strom auf dem Campingplatz fließt von einer Stromsäule am Stellplatz über ein CEE-Kabel in die Außensteckdose von Wohnwagen oder Wohnmobil. Die Säule liefert 230 Volt Wechselstrom. Jede Steckdose ist einzeln abgesichert, je nach Platz mit 4 bis 16 Ampere.

Die Stromsäule ist ein Verteilerkasten mit mehreren Steckdosen, der mehrere Stellplätze versorgt. Hinter jeder Steckdose sitzen zwei Schutzeinrichtungen: ein Leitungsschutzschalter, der bei Überlast abschaltet, und ein Fehlerstromschutzschalter (FI), der bei einem Fehlerstrom gegen Erde auslöst. Die Norm DIN VDE 0100-708 regelt in Deutschland die Elektroinstallation auf Campingplätzen. Die aktuelle Ausgabe stammt aus dem Februar 2010. Sie schreibt laut DIN Media vor, dass ein Fehlerstromschutzschalter mit 30 Milliampere nur noch eine einzige Steckdose schützen darf. Die Details stehen in der Norm DIN VDE 0100-708 für Campingplätze.

Im Fahrzeug teilt sich der Landstrom auf drei Wege auf. Erstens versorgt er die 230-Volt-Steckdosen im Innenraum. Zweitens speist er das Ladegerät, das die Bordbatterie lädt und das 12-Volt-Netz für Licht, Wasserpumpe und Lüfter versorgt. Drittens betreibt er fest eingebaute Verbraucher, darunter den Kühlschrank im 230-Volt-Modus, die Elektropatrone der Heizung und die Dachklimaanlage.

Zeltcamper nutzen denselben Anschluss mit einem mobilen Stromverteiler. Dieser Verteiler hat einen CEE-Eingang, zwei bis drei Schuko-Steckdosen mit Klappdeckel und im besten Fall einen eigenen Fehlerstromschutzschalter. Eine Mehrfachsteckdose aus dem Wohnzimmer ersetzt ihn nicht, weil sie nicht gegen Spritzwasser geschützt ist.

Nicht jeder Stellplatz hat einen Anschluss. Auf Zeltwiesen und naturnahen Plätzen fehlt die Stromsäule oft ganz, auf Komfortplätzen gehört sie zur Parzelle. Die Liste der Campingplätze mit Stromanschluss grenzt die Suche auf Plätze mit Landstrom ein. Einsteiger finden die Grundlagen zur Bordtechnik im Beitrag Unterwegs mit dem Wohnmobil: Das sollten Anfänger wissen.

Welches Kabel und welchen Stecker brauchst du für den Stromanschluss auf dem Campingplatz?

Für den Stromanschluss auf dem Campingplatz brauchst du ein Kabel mit blauem CEE-Stecker und blauer CEE-Kupplung, 3-polig und für 16 Ampere ausgelegt. Die Leitung trägt die Bezeichnung H07RN-F 3G2,5, hat also 2,5 mm² Querschnitt, und misst höchstens 25 Meter.

Der CEE-Stecker ist ein runder Industriestecker nach der Norm IEC 60309. Die Farbe Blau steht für den Spannungsbereich von 200 bis 250 Volt. Der Stecker hat 3 Kontakte: Außenleiter, Neutralleiter und Schutzleiter. Eine Nase am Gehäuse lässt nur eine Steckrichtung zu. Der Klappdeckel der Kupplung rastet am Stecker ein und hält die Verbindung zusammen. Der Touring Club Schweiz beschreibt den CEE-Stecker mit 3 Polen und 16 Ampere als Standard auf europäischen Campingplätzen.

Die Kabelbezeichnung H07RN-F 3G2,5 lässt sich Stück für Stück lesen. H steht für harmonisierte Bauart, 07 für eine Nennspannung von 450/750 Volt, RN für die Gummi-Isolierung mit Mantel aus Chloropren-Kautschuk, F für feindrähtige, flexible Adern. 3G2,5 bedeutet 3 Adern inklusive Schutzleiter mit je 2,5 mm² Kupferquerschnitt. Diese Gummischlauchleitung verträgt UV-Licht, Nässe, Kälte und das Überfahren mit dem Fahrrad deutlich besser als ein PVC-Kabel aus dem Baumarkt-Regal für Innenräume.

Der Querschnitt von 2,5 mm² hat einen technischen Grund. Ein dünneres Kabel mit 1,5 mm² hat einen höheren Widerstand. Auf 25 Metern Länge fällt bei 16 Ampere mehr Spannung ab, und die Leitung erwärmt sich stärker. Das Fachmagazin promobil nennt deshalb mindestens H07RN-F 3G2,5 als Anforderung an das Campingkabel.

Die Länge von 25 Metern reicht auf fast jedem Platz bis zur Säule. Ein zweites Kabel als Verlängerung erhöht die Zahl der Steckverbindungen im Freien und den Spannungsabfall. Ein Platzwechsel auf eine Parzelle näher an der Säule ist die bessere Lösung als zwei gekoppelte Kabel.

Kabeltrommel oder loses Kabel?

Beide Varianten sind zulässig, solange Kabeltyp und Länge stimmen. Die Kabeltrommel ist schneller verstaut. Das lose Kabel ist leichter, günstiger und zwingt dich automatisch zum Abrollen. Eine Trommel für den Campingplatz hat CEE-Stecker und CEE-Kupplung, einen Thermoschutzschalter und einen Spritzwasserschutz. Auf dem Typenschild der Trommel stehen zwei Leistungswerte: einer für den aufgerollten und ein deutlich höherer für den abgerollten Zustand.

Wann brauchst du einen Adapter zwischen Schuko und CEE?

Einen Adapter zwischen Schuko und CEE brauchst du, sobald die Steckdose der Stromsäule nicht zum Stecker deines Kabels passt. Zwei Adapterkabel decken fast alle Fälle ab: CEE-Kupplung auf Schuko-Stecker für alte Säulen und Schuko-Kupplung auf CEE-Stecker für Haushaltsgeräte.

Der erste Adapter ist der wichtigere. Er hat einen Schuko-Stecker auf der einen und eine CEE-Kupplung auf der anderen Seite. Du steckst ihn in eine Schuko-Steckdose an der Säule und verbindest ihn mit dem CEE-Stecker deines Kabels. Laut promobil kommen solche Schuko-Säulen vor allem auf älteren Plätzen in Südeuropa vor. Derselbe Adapter hilft zu Hause, wenn du den Wohnwagen vor der Abfahrt an der Garagensteckdose vorkühlst.

Der zweite Adapter funktioniert umgekehrt: CEE-Stecker in die Säule, Schuko-Kupplung für ein einzelnes Gerät oder eine Verlängerung. Zeltcamper nutzen ihn, um ein haushaltsübliches Kabel anzuschließen. Die sichere Variante für das Zelt ist der mobile Stromverteiler mit eigenem Fehlerstromschutzschalter, weil ein normales Verlängerungskabel weder den Querschnitt noch den Feuchtigkeitsschutz eines Campingkabels hat.

Zwei Länder weichen vom CEE-Standard ab. In der Schweiz brauchst du laut promobil eine SEV-Kupplung, in Großbritannien einen Adapter für den dreipoligen britischen Stecker. Frankreich nutzt bei Haushaltssteckdosen den Typ E mit Erdungsstift. Ein Schuko-Stecker mit zusätzlichem Erdungsloch passt dort hinein, und Campingadapter haben dieses Loch in der Regel.

Achte beim Kauf auf drei Merkmale: ein kurzes Kabelstück zwischen Stecker und Kupplung statt eines starren Blocks, einen Leitungsquerschnitt von 2,5 mm² und einen Spritzwasserschutz. Das Kabelstück entlastet die Steckdose mechanisch, weil das Gewicht der CEE-Kupplung nicht am Schuko-Stecker hängt.

Wie viel Watt liefert der Stromanschluss bei 6, 10 und 16 Ampere?

Der Stromanschluss liefert bei 230 Volt und 6 Ampere 1.380 Watt, bei 10 Ampere 2.300 Watt und bei 16 Ampere 3.680 Watt. Die Formel lautet Watt = Volt × Ampere. Die Summe aller eingeschalteten Geräte muss unter diesem Wert bleiben, sonst löst die Sicherung aus.

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Die Absicherung in Ampere steht auf der Stromsäule, in der Preisliste oder in der Platzbeschreibung. Der Touring Club Schweiz gibt für Campingplätze eine Spanne von 4 bis 16 Ampere an. Die Rechnung ist immer dieselbe: Du addierst die Wattzahlen vom Typenschild aller Geräte, die gleichzeitig laufen, und vergleichst die Summe mit der Leistung des Anschlusses.

AbsicherungLeistung bei 230 VoltWas gleichzeitig läuft (Beispiel)
4 Ampere920 WattKühlschrank, Ladegerät, Licht, Handy und Laptop. Kein Wasserkocher, kein Föhn.
6 Ampere1.380 WattKühlschrank, Ladegerät und eine Kaffeemaschine mit 900 Watt. Heizlüfter nur auf kleiner Stufe und allein.
10 Ampere2.300 WattKühlschrank, Ladegerät und ein Wasserkocher mit 1.800 Watt. Nicht zusätzlich der Föhn.
16 Ampere3.680 WattKühlschrank, Ladegerät, Klimaanlage und Wasserkocher. Zwei große Heizgeräte gleichzeitig überlasten auch diesen Anschluss.

Ein Rechenbeispiel für 6 Ampere: Ein Absorberkühlschrank zieht im 230-Volt-Betrieb rund 125 Watt, das Ladegerät 250 Watt, die LED-Beleuchtung 30 Watt. Das ergibt eine Grundlast von 405 Watt. Bis zur Grenze von 1.380 Watt bleiben 975 Watt. Eine Filterkaffeemaschine mit 900 Watt passt dazu. Ein Haushaltswasserkocher mit 2.000 Watt löst die Sicherung sofort aus.

Ein Rechenbeispiel für 10 Ampere: Die Grundlast von 405 Watt lässt 1.895 Watt frei. Der Wasserkocher mit 1.800 Watt läuft, solange Föhn und Heizlüfter ausbleiben. Die elektrische Heizstufe einer Kombiheizung mit 1.800 Watt belegt denselben Spielraum fast vollständig. Kochen und elektrisch Heizen funktionieren bei 10 Ampere also nur nacheinander.

Ein Rechenbeispiel für 16 Ampere: Nach Abzug der Grundlast stehen 3.275 Watt bereit. Eine Dachklimaanlage mit 1.000 Watt und ein Wasserkocher mit 2.000 Watt laufen parallel. Ein Heizlüfter mit 2.000 Watt und ein Föhn mit 1.800 Watt zusammen ergeben mit Grundlast 4.205 Watt und überlasten auch den stärksten Anschluss.

Die Wattzahlen in den Beispielen sind typische Werte. Maßgeblich ist das Typenschild deines Geräts. Geräte mit Heizwendel sind die großen Verbraucher, darunter Wasserkocher, Toaster, Föhn, Heizlüfter und Elektrogrill. Für niedrig abgesicherte Plätze gibt es Reisewasserkocher und Campingkocher mit 500 bis 1.000 Watt. Welche Geräte in die Bordküche gehören, zeigt die Übersicht Kochen: Packliste für die Campingküche.

💡 Gut zu wissen

Der Kühlschrank ist der Verbraucher, den die meisten Camper in der Rechnung vergessen. Ein Absorberkühlschrank läuft im Hochsommer fast ohne Pause. Bei 125 Watt und 24 Stunden sind das 3 Kilowattstunden am Tag, mehr als Licht, Ladegerät und Kaffeemaschine zusammen. Auf Plätzen mit 4 oder 6 Ampere entlastet der Gasbetrieb des Kühlschranks den Anschluss um diese 125 Watt. Dieselbe Umstellung senkt bei Abrechnung nach Zähler die Stromkosten. Kompressorkühlschränke arbeiten sparsamer, weil der Kompressor nur taktweise läuft.

Zwei Stecker mit blauen Kabeln an einem Stromanschluss im Freien
Stromanschluss im Freien: Stecker und Kabel müssen für draußen ausgelegt sein

Wie wird Strom auf dem Campingplatz abgerechnet?

Strom auf dem Campingplatz wird nach drei Modellen abgerechnet: als Pauschale pro Nacht, nach Verbrauch in Kilowattstunden über einen Zähler oder als Bestandteil des Stellplatzpreises. Laut promobil liegt die Strompauschale meist bei 3 bis 6 Euro pro Nacht.

Die Pauschale ist das einfachste Modell. Du zahlst einen festen Betrag pro Nacht, unabhängig vom Verbrauch. Für Camper mit Klimaanlage, Elektroheizung oder E-Bike-Akkus ist das günstig. Für Camper, die nur Handy und Licht versorgen, ist die Pauschale teuer. Einige Plätze koppeln die Pauschale an eine niedrige Absicherung, damit der Verbrauch begrenzt bleibt.

Die Abrechnung nach Kilowattstunden (kWh) läuft über einen Zähler in der Stromsäule. Die Rezeption notiert den Zählerstand bei Anreise und Abreise. Der Preis je kWh steht in der Preisliste. Moderne Säulen arbeiten mit Prepaid-Karten oder Münzeinwurf: Du lädst ein Guthaben und die Säule schaltet ab, sobald es aufgebraucht ist. In Deutschland verlangt das Mess- und Eichgesetz für die Abrechnung nach Verbrauch geeichte Zähler.

Eine Überschlagsrechnung zeigt, welches Modell für dich günstiger ist. Angenommen, die Kilowattstunde kostet 0,70 Euro und die Pauschale 4 Euro. Die Pauschale lohnt sich dann ab 5,7 kWh pro Tag. Ein Sommerbetrieb mit Kühlschrank auf Strom (3 kWh), Ladegerät, Licht und Kaffeemaschine (zusammen 1 bis 1,5 kWh) bleibt mit 4 bis 4,5 kWh darunter. Eine Elektroheizung mit 1.800 Watt verbraucht in 4 Stunden allein 7,2 kWh und liegt klar darüber.

Im Winter verschiebt sich die Rechnung deutlich. Dauercamper und Wintercamper zahlen fast immer nach Zähler, weil elektrisches Heizen den Verbrauch vervielfacht. Die passenden Hinweise zu Heizung und Isolierung stehen im Beitrag Wintercamping Tipps.

Frage bei der Buchung nach drei Angaben: dem Abrechnungsmodell, dem Preis je Nacht oder je kWh und der Absicherung in Ampere. Diese drei Werte entscheiden über Kosten und Komfort. Das Campingplatz-Verzeichnis von urlaubszeit.de führt Plätze in 37 europäischen Ländern mit Kontaktdaten, über die du diese Angaben direkt beim Betreiber erfragst.

Was ist beim Strom auf Campingplätzen im Ausland anders?

Strom auf Campingplätzen im Ausland unterscheidet sich in drei Punkten: Die Absicherung ist oft niedriger, an alten Säulen sitzen Haushaltssteckdosen statt CEE-Steckdosen, und Außenleiter und Neutralleiter sind häufiger vertauscht. Spannung und Frequenz sind mit 230 Volt und 50 Hertz europaweit gleich.

Niedrige Absicherung in Italien und Frankreich

Plätze in Italien und Frankreich arbeiten häufig mit 4, 6 oder 10 Ampere. Ältere italienische Plätze liegen teils noch darunter. Französische Plätze bieten oft gestaffelte Tarife an: Der Anschluss mit 6 Ampere kostet weniger als der mit 10 oder 16 Ampere. Die Stufe wählst du bei der Buchung. Bei 6 Ampere stehen 1.380 Watt bereit. Wasserkocher, Föhn und Induktionsplatte aus dem Haushalt bleiben dann aus. Das Gas an Bord übernimmt Kochen, Warmwasser und Heizen.

Die Sicherung sitzt im Ausland nicht immer in der Säule am Stellplatz. Auf einigen Plätzen liegt sie in einem verschlossenen Kasten, den nur das Personal öffnet. Eine ausgelöste Sicherung am Abend bedeutet dann Wartezeit bis zum nächsten Morgen. Die Wattrechnung vor dem Einschalten spart diesen Weg zur Rezeption.

Vertauschte Polarität

Polarität bezeichnet die Zuordnung von Außenleiter (Phase) und Neutralleiter zu den Kontakten der Steckdose. Der CEE-Stecker ist verpolungssicher gebaut, weil er nur in einer Position passt. Der Schuko-Stecker lässt sich um 180 Grad gedreht einstecken und ist es nicht. Über einen Schuko-Adapter landet die Phase deshalb zufällig auf einem der beiden Leiter. Auch eine falsch verdrahtete CEE-Säule vertauscht die Leiter.

Die Geräte funktionieren bei vertauschter Polarität normal. Das Risiko liegt in der Absicherung: Ein einpoliger Sicherungsautomat im Fahrzeug trennt dann den Neutralleiter statt der Phase. Das Gerät ist aus, steht aber weiter unter Spannung. Fahrzeuge mit zweipoligen Sicherungsautomaten und zweipolig schaltendem Fehlerstromschutzschalter trennen beide Leiter. Ein Blick in den Sicherungskasten oder die Bedienungsanleitung klärt, was verbaut ist.

Ein Steckdosentester für wenige Euro zeigt die Polarität über Leuchtdioden an. Du steckst ihn nach dem Anschließen in eine Steckdose im Fahrzeug. Bei falscher Anzeige drehst du den Schuko-Stecker an der Säule um. Für französische Steckdosen mit Erdungsstift und für CEE-Säulen gibt es Verpolungsadapter, kurze Kabelstücke mit gekreuzten Leitern. Die Stromversorgung auf Reisen durch Frankreich abseits der Campingplätze behandelt der Beitrag Wildcampen und frei Stehen in Frankreich.

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Wohnmobil auf einem Stellplatz in der Abenddämmerung
Wohnmobil auf dem Stellplatz in der Dämmerung

Wie schließt du den Strom auf dem Campingplatz sicher an?

Den Strom auf dem Campingplatz schließt du sicher an, indem du das Kabel vollständig abrollst, zuerst am Fahrzeug und danach an der Säule einsteckst und den Fehlerstromschutzschalter per Prüftaste testest. Steckverbindungen liegen erhöht und geschützt, nie in einer Pfütze.

Die Reihenfolge beim Anschließen schützt dich vor einem Kabelende unter Spannung:

  1. Prüfe Kabel, Stecker und Kupplung auf Risse, Quetschungen und verbogene Kontakte.
  2. Rolle die Kabeltrommel komplett ab und lege das Kabel in lockeren Schlaufen aus.
  3. Stecke die CEE-Kupplung in die Außensteckdose des Fahrzeugs.
  4. Stecke den CEE-Stecker in die Stromsäule und schalte dort die Sicherung ein.
  5. Drücke die Prüftaste des Fehlerstromschutzschalters im Fahrzeug. Der Schalter muss sofort auslösen.
  6. Kontrolliere die Polarität mit dem Steckdosentester, vor allem im Ausland.

Beim Abbau gilt die umgekehrte Reihenfolge: zuerst den Stecker an der Säule ziehen, danach am Fahrzeug.

Die aufgerollte Kabeltrommel ist ein bekanntes Brandrisiko. Ein aufgewickeltes Kabel gibt seine Wärme nicht ab, die Wicklungen heizen sich gegenseitig auf. Der Touring Club Schweiz schreibt deshalb, dass das Kabel immer komplett ausgerollt wird, damit keine Überlastung oder Überhitzung entsteht. Die Hinweise finden sich im TCS-Ratgeber zur Stromversorgung auf dem Campingplatz. Der Thermoschutz der Trommel schaltet bei Überhitzung ab, ersetzt das Abrollen aber nicht.

Der Fehlerstromschutzschalter (FI, international RCD) vergleicht den Strom im Außenleiter mit dem Strom im Neutralleiter. Fließt ein Teil über einen anderen Weg ab, zum Beispiel über einen Menschen zur Erde, trennt der Schalter die Leitung innerhalb von Millisekunden. Der Grenzwert für den Personenschutz liegt bei 30 Milliampere. Für ältere Wohnwagen ohne eigenen FI gibt es Zwischenstecker mit Personenschutzschalter (PRCD), die zwischen Säule und Kabel sitzen.

Regen ist für eine korrekt gesteckte CEE-Verbindung kein Problem, weil das System spritzwassergeschützt ist. Kritisch sind drei Stellen: Schuko-Adapter, Verbindungen zwischen zwei Kabeln und Mehrfachsteckdosen im Vorzelt. Eine Schutzbox für Steckverbindungen, der Kabelsafe, hält laut Touring Club Schweiz Sand, Regen und Nässe von der Kupplung fern. Lege Verbindungen auf einen Stein, einen Keil oder hänge sie an die Säule. Verlege das Kabel so, dass kein Fahrweg es kreuzt und niemand darüber stolpert.

Strom und Gas ergänzen sich an Bord. Heizung, Herd und Kühlschrank laufen auf schwach abgesicherten Plätzen mit Gas. Die Voraussetzungen dafür erklärt der Beitrag Wichtige Informationen zur Gasprüfung für Ihr Wohnmobil.

⚠️ Wichtiger Hinweis

230 Volt sind lebensgefährlich. Nutze nur unbeschädigte Kabel mit Schutzleiter und repariere keine Stecker provisorisch mit Klebeband. Löst der Fehlerstromschutzschalter wiederholt aus, liegt ein Defekt vor: Trenne die Verbindung an der Säule und lass Fahrzeug und Kabel von einer Elektrofachkraft prüfen. Öffne keine Stromsäule selbst und überbrücke keine Sicherung. Dieser Beitrag ersetzt keine Prüfung der Elektroanlage durch einen Fachbetrieb.

💬 Meine Einschätzung

Die gängige Annahme lautet: Strom am Platz ist Strom wie zu Hause. Die Zahlen sagen etwas anderes. Eine Haushaltssteckdose hängt an 16 Ampere, ein Stellplatz in Südeuropa oft an 6. Das sind 1.380 statt 3.680 Watt, also gut ein Drittel. Überschätzt wird der 16-Ampere-Anschluss: Wer im Sommer nur Kühlschrank, Licht und Ladegeräte betreibt, kommt mit 6 Ampere aus und spart bei gestaffelten Tarifen Geld. Unterschätzt wird die Ausrüstung. Ein gutes Kabel H07RN-F mit 2,5 mm², ein Adapterkabel auf Schuko und ein Steckdosentester kosten zusammen weniger als zwei Übernachtungen und entscheiden über Sicherheit und Ärger. Meine Reihenfolge bei der Platzwahl: erst die Absicherung in Ampere erfragen, danach das Abrechnungsmodell, zuletzt den Preis. Ein günstiger Strompreis nützt wenig, wenn der Wasserkocher jedes Mal die Sicherung auslöst.

✓ Das Wichtigste in Kürze
  • Ausrüstung: CEE-Kabel H07RN-F 3G2,5 mit 25 Metern, Adapterkabel CEE auf Schuko, Steckdosentester.
  • Rechnung: Ampere × 230 Volt = verfügbare Watt. Die Summe aller Typenschilder bleibt darunter.
  • Grundlast: Kühlschrank, Ladegerät und Licht belegen rund 400 Watt, bevor das erste Küchengerät läuft.
  • Kosten: Pauschale von 3 bis 6 Euro pro Nacht lohnt sich bei hohem Verbrauch, der Zähler bei niedrigem.
  • Ausland: Absicherung vor der Buchung erfragen und nach jedem Anschluss über Schuko die Polarität prüfen.
  • Sicherheit: Kabeltrommel ganz abrollen, FI mit Prüftaste testen, Steckverbindungen trocken und erhöht lagern.

Häufige Fragen

Darf ich auf dem Campingplatz ein normales Verlängerungskabel benutzen?

Ein normales Verlängerungskabel aus dem Haushalt ist für den Anschluss an die Stromsäule nicht geeignet. Es hat meist nur 1,5 mm² Querschnitt, einen PVC-Mantel und Schuko-Stecker ohne Spritzwasserschutz. Für Wohnwagen und Wohnmobil brauchst du eine Gummischlauchleitung H07RN-F 3G2,5 mit blauem CEE-Stecker und blauer CEE-Kupplung. Zeltcamper nutzen einen mobilen Stromverteiler mit CEE-Eingang.

Warum fliegt auf dem Campingplatz ständig die Sicherung raus?

Die Sicherung löst aus, sobald die eingeschalteten Geräte zusammen mehr Leistung ziehen, als der Anschluss liefert. Bei 6 Ampere sind das 1.380 Watt, bei 10 Ampere 2.300 Watt. Ein Wasserkocher mit 2.000 Watt überlastet einen 6-Ampere-Anschluss allein. Addiere die Wattzahlen der Typenschilder und schalte große Verbraucher nacheinander ein. Kühlschrank und Heizung laufen alternativ mit Gas.

Wie viel Strom verbraucht ein Wohnwagen am Tag?

Der Verbrauch hängt fast vollständig von Kühlschrank, Heizung und Klimaanlage ab. Ein Absorberkühlschrank mit 125 Watt kommt im Dauerbetrieb auf bis zu 3 Kilowattstunden am Tag. Ladegerät, Licht und Kaffeemaschine ergänzen 1 bis 1,5 Kilowattstunden. Eine Elektroheizung mit 1.800 Watt verbraucht in 4 Stunden weitere 7,2 Kilowattstunden. Ein Zwischenzähler im Kabel zeigt deinen genauen Wert.

Kann ich mein E-Bike oder E-Auto auf dem Campingplatz laden?

E-Bike-Akkus lädst du problemlos am Stellplatz, ein Ladegerät zieht nur 100 bis 200 Watt. Ob du ein E-Auto an der Stromsäule laden darfst, regelt jeder Platz selbst. Die Anschlüsse am Stellplatz sind für Wohnwagen und Wohnmobil ausgelegt, nicht für stundenlange hohe Dauerlast. Frage vorher an der Rezeption nach. Einige Plätze bieten eigene Ladepunkte mit separater Abrechnung an.

Brauche ich auf dem Campingplatz Strom, wenn ich eine Solaranlage habe?

Eine Solaranlage mit Bordbatterie versorgt die 12-Volt-Verbraucher wie Licht, Wasserpumpe und Ladegeräte für Handy und Tablet, an sonnigen Tagen ohne Landstrom. Für 230-Volt-Geräte mit hoher Leistung brauchst du zusätzlich einen Wechselrichter und eine große Batterie. Klimaanlage, Elektroheizung und Wasserkocher laufen im Alltag nur am Stromanschluss des Platzes zuverlässig.

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