Camping an der Ostsee verteilt sich in Deutschland auf fünf große Regionen: Lübecker Bucht, Fehmarn, Fischland-Darß-Zingst, Rügen und Usedom. Eine Familie zahlt in der Hochsaison 2026 laut ADAC-Portal PiNCAMP im Schnitt 39 bis 43 Euro pro Nacht, dazu kommt die Kurtaxe.
Die deutsche Ostseeküste ist die meistgebuchte Campingregion des Landes. Die Lübecker Bucht und Fehmarn liegen in Schleswig-Holstein, Fischland-Darß-Zingst, Rügen und Usedom in Mecklenburg-Vorpommern. Familien mit kleinen Kindern finden flache Sandstrände in allen fünf Regionen, Wassersportler fahren nach Fehmarn, Naturfreunde auf den Darß. Zum Platzpreis kommt die Kurabgabe der Gemeinde, in Seebädern sind das 3 bis 4 Euro pro Erwachsenem und Tag. Für Juli und August buchst du am besten im Herbst oder Winter davor. Dünen sind gesperrt, Hunde dürfen im Sommer nur an ausgewiesene Strandabschnitte.
Welche Regionen eignen sich für Camping an der Ostsee?
Für Camping an der Ostsee eignen sich fünf Regionen: die Lübecker Bucht und die Insel Fehmarn in Schleswig-Holstein sowie die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und die Inseln Rügen und Usedom in Mecklenburg-Vorpommern. Jede Region hat eigene Strände, Anfahrtswege und Preise.
Die Ostseeküste ist die stärkste Campingregion Deutschlands. Das Statistische Bundesamt zählte 2025 bundesweit 44,7 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen, ein neuer Höchstwert. An der schleswig-holsteinischen Ostsee waren es rund 3,5 Millionen Übernachtungen, an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern rund 3,1 Millionen. Kein anderes deutsches Reisegebiet kommt auf mehr Campingnächte.
Die Lübecker Bucht reicht von Travemünde über Timmendorfer Strand, Scharbeutz und Neustadt bis Grömitz. Von Hamburg sind es über die A1 weniger als 100 Kilometer. Die Strände sind feinsandig und fallen flach ab, die Orte haben Promenaden, Seebrücken und eine dichte Infrastruktur.
Fehmarn ist die einzige Ostseeinsel Schleswig-Holsteins. Du erreichst sie ohne Fähre über die Fehmarnsundbrücke. Die Campingplätze liegen rund um die Insel verteilt, oft direkt hinter dem Deich oder am Naturstrand. Fehmarn ist flach, windreich und ein fester Treffpunkt für Surfer und Kiter.
Fischland-Darß-Zingst ist eine schmale Halbinsel zwischen Ostsee und Bodden, nordöstlich von Rostock. Große Teile gehören zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Bekannte Orte sind Wustrow, Ahrenshoop, Prerow und Zingst. Der Darßer Weststrand ist unbebaut und nur zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar.
Rügen ist die größte deutsche Insel und über den Rügendamm und die Rügenbrücke bei Stralsund mit dem Festland verbunden. Die Insel bietet Seebäder wie Binz, Sellin und Göhren, die Kreideküste im Nationalpark Jasmund und ruhige Boddenufer im Westen. Usedom liegt ganz im Osten an der Grenze zu Polen. Der Sandstrand an der Außenküste zieht sich über rund 40 Kilometer, von Peenemünde bis zu den Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck.
Einen ersten Überblick über die Plätze bekommst du im Verzeichnis: Die Campingplätze in Schleswig-Holstein decken Lübecker Bucht und Fehmarn ab, die Campingplätze in Mecklenburg-Vorpommern den Darß, Rügen und Usedom. Welche Inseln sich für Camper besonders lohnen, zeigt der Artikel Top Campinginseln: Nordsee, Ostsee & Mittelmeer.

Für wen passt welche Ostsee-Region beim Camping?
Die Lübecker Bucht passt zu Familien und Kurzurlaubern, Fehmarn zu Wassersportlern, Fischland-Darß-Zingst zu Naturfreunden und Radfahrern, Rügen zu Campern mit Lust auf Abwechslung. Usedom ist die richtige Wahl für Strandurlauber, die lange Promenaden und Bäderarchitektur mögen.
| Region | Bundesland | Charakter | Passt für | Anreise |
|---|---|---|---|---|
| Lübecker Bucht | Schleswig-Holstein | Seebäder, flache Sandstrände, viel Infrastruktur | Familien, Kurztrips, Einsteiger | A1 ab Hamburg und Lübeck |
| Fehmarn | Schleswig-Holstein | Flache Insel, viel Wind, Naturstrände | Surfer, Kiter, Radfahrer, Dauercamper | A1 und B207 über die Fehmarnsundbrücke |
| Fischland-Darß-Zingst | Mecklenburg-Vorpommern | Nationalpark, Wald, unbebaute Strände, Bodden | Naturfreunde, Radfahrer, Vogelbeobachter | A19 oder A20, dann Landstraße ab Rostock oder Barth |
| Rügen | Mecklenburg-Vorpommern | Größte Insel, Kreideküste, Seebäder, Bodden | Rundreisende, Wanderer, Familien | A20 und B96 über Stralsund |
| Usedom | Mecklenburg-Vorpommern | Langer Sandstrand, Kaiserbäder, Achterwasser | Strandurlauber, Radfahrer, Paare | A20, dann über Wolgast oder Anklam und Zecherin |
Familien mit kleinen Kindern sind an der Lübecker Bucht gut aufgehoben. Das Wasser bleibt weit hinaus flach, die Wege zwischen Platz, Strand, Supermarkt und Arzt sind kurz. Der Preis dafür ist die Dichte: Im Juli und August sind Strände, Parkplätze und Promenaden voll. Die kurze Anfahrt aus Hamburg, Bremen und Hannover macht die Bucht außerdem zum Wochenendziel.
Fehmarn lebt vom Wind. Die Insel hat Flachwasserreviere für Einsteiger und offene Reviere für Fortgeschrittene, dazu Surfschulen an mehreren Stränden. Für Familien ist die Südküste mit ihren Sandstränden die erste Wahl. An der Nord- und Westküste liegen Naturstrände mit Steinen und Kies. Schatten ist auf Fehmarn knapp, eine stabile Markise und Sturmleinen gehören ins Gepäck.
Der Darß ist die ruhigste der fünf Regionen. Statt Promenaden gibt es Kiefernwald, Schilf und Radwege. Im Herbst rasten zehntausende Kraniche in der Boddenlandschaft, die Halbinsel ist dann ein Ziel für Vogelbeobachter. Das Nationalparkamt informiert über Wege, Schutzzonen und Beobachtungspunkte im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Die Kehrseite: Es führen nur zwei Straßen auf die Halbinsel, an Wechseltagen staut es sich.
Rügen eignet sich für alle, die im Urlaub mehr als einen Strand sehen wollen. Die Insel ist so groß, dass sich zwei Standorte lohnen, zum Beispiel einer im Südosten bei den Seebädern und einer im Norden Richtung Kap Arkona oder Jasmund. Ideen für Ausflüge liefern die 8 Binz Sehenswürdigkeiten für deinen Ostsee-Urlaub. Usedom punktet mit dem durchgehenden Strand und dem Radweg entlang der Küste bis ins polnische Swinemünde. Die Anreise ist der Schwachpunkt: Beide Zufahrten führen über Klappbrücken, die für den Schiffsverkehr mehrmals täglich öffnen.

Was kostet Camping an der Ostsee in der Hochsaison 2026?
Camping an der Ostsee kostet in der Hochsaison 2026 laut PiNCAMP-Preisanalyse des ADAC durchschnittlich 43 Euro pro Nacht in Mecklenburg-Vorpommern und 39 Euro in Schleswig-Holstein. Der Wert gilt für zwei Erwachsene und ein Kind mit Stellplatz. Der Bundesschnitt liegt bei 41 Euro.
Die Zahlen stammen aus der PiNCAMP Preisanalyse 2026, für die das Campingportal des ADAC rund 2.300 Campingplätze in Europa ausgewertet hat (Stand April 2026). Mecklenburg-Vorpommern gehört damit zu den teureren Bundesländern. Zum Vergleich: Brandenburg liegt mit 45 Euro am oberen Ende der Skala, Thüringen ist mit 34 Euro am günstigsten.
Im europäischen Vergleich bleibt die Ostsee günstig. Dieselbe Familie zahlt laut PiNCAMP in Kroatien im Schnitt 73 Euro und in Italien 63 Euro pro Nacht. Zwei Wochen Hochsaison an der Ostsee kosten bei 43 Euro pro Nacht 602 Euro, in Kroatien bei 73 Euro 1.022 Euro. Die Differenz beträgt 420 Euro. Die kürzere Anreise ohne Maut ist darin noch nicht eingerechnet.
Durchschnittswerte verdecken die Spanne. Plätze in erster Strandreihe mit Schwimmbad, Animation und Komfortparzellen liegen in den Ferienwochen deutlich über dem Mittel. Einfache Plätze am Bodden, am Achterwasser oder einige Kilometer im Hinterland liegen darunter. Den größten Preishebel hast du über den Termin: In der Nebensaison sinken die Preise laut PiNCAMP in Mecklenburg-Vorpommern um rund 24 Prozent und in Schleswig-Holstein um rund 20 Prozent.
Achte beim Vergleich auf die Nebenkosten. Je nach Platz kommen Strom nach Verbrauch, Duschmarken, Gebühren für Hund oder Zweitfahrzeug und die Kurabgabe zum Grundpreis dazu. Ein Platz mit höherem Tagespreis und Pauschale ist am Ende oft günstiger als ein Platz mit niedrigem Grundpreis und vier Zuschlägen.
Wie hoch ist die Kurtaxe auf Campingplätzen an der Ostsee?
Die Kurtaxe an der Ostsee beträgt in den Seebädern meist 3 bis 4 Euro pro Erwachsenem und Tag in der Hauptsaison. Jede Gemeinde legt die Kurabgabe per Satzung selbst fest. Der Campingplatz kassiert sie zusätzlich zum Stellplatzpreis und händigt dir die Kurkarte aus.
Die Kurabgabe ist eine kommunale Abgabe, mit der Seebäder Strandreinigung, Rettungsschwimmer, Toiletten, Promenaden und Veranstaltungen finanzieren. Sie gilt für alle Übernachtungsgäste, also auch für Camper. Tagesgäste zahlen an vielen Stränden eine eigene Tageskurkarte am Automaten.
Konkrete Beispiele zeigen die Größenordnung. Auf Usedom liegt die Kurabgabe in der Hauptsaison 2026 in Zempin und Loddin bei 3,70 Euro und in Ückeritz bei 3,90 Euro pro Person und Tag, die Hauptsaison läuft dort vom 1. April bis 31. Oktober. Kinder unter 6 Jahren sind befreit. In Binz auf Rügen beträgt die Kurabgabe ganzjährig 3,40 Euro pro Person und Tag (Stand Oktober 2026). Die aktuellen Beträge stehen in der Kurabgabesatzung der jeweiligen Gemeinde.
Für die Urlaubskasse ist das kein Nebenposten. Zwei Erwachsene zahlen bei 3,70 Euro und 14 Nächten zusammen 103,60 Euro Kurabgabe. Außerhalb der Hauptsaison gelten in den meisten Orten ermäßigte Sätze. Schwerbehinderte Gäste und ihre Begleitperson erhalten in vielen Satzungen Nachlässe oder eine Befreiung.
Die Kurkarte ist mehr als ein Strandticket. In vielen Ostseebädern gilt sie als Fahrschein für Ortsbusse oder Bäderbahnen und bringt Rabatte in Museen, Schwimmbädern und bei Schiffsfahrten. Lies die Leistungen gleich bei der Anmeldung nach. Wer das Auto oder Wohnmobil stehen lässt und mit der Kurkarte Bus fährt, spart Parkgebühren, die in den Seebädern im Sommer schnell höher ausfallen als die Kurabgabe selbst. Trag die Karte am Strand bei dir, Kontrollen an den Strandzugängen sind in der Hauptsaison üblich.
Wann musst du Camping an der Ostsee für die Sommerferien reservieren?
Camping an der Ostsee reservierst du für die Sommerferien am besten sechs bis zehn Monate vorher, also zwischen Herbst und Januar. Plätze in erster Strandreihe sind für Juli und August zuerst vergeben. Ohne Buchung bleibt in den Ferienwochen nur die tägliche Suche nach Restplätzen.
Der Engpass hat einen einfachen Grund. Die Sommerferien der 16 Bundesländer überlappen sich zwischen Mitte Juli und Mitte August. In diesen vier bis fünf Wochen treffen Urlauber aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin, Sachsen und den Küstenländern gleichzeitig auf eine feste Zahl an Stellplätzen. Dazu kommen Dauercamper, deren Parzellen dem Markt ganz entzogen sind.
Viele Plätze öffnen ihre Buchung für die nächste Saison im Herbst. Stammgäste erhalten häufig ein Vorbuchungsrecht für ihre Parzelle. In der Hochsaison verlangen Plätze oft eine Mindestaufenthaltsdauer, zum Beispiel sieben Nächte, und feste An- und Abreisetage. Prüfe vor der Anzahlung die Stornobedingungen und die Maße der Parzelle, wenn du mit einem langen Gespann oder einem Wohnmobil über 7 Meter anreist.
Drei Wege führen auch kurzfristig zu einem Platz:
- Randzeiten nutzen: Die letzte Juniwoche und die Zeit ab Ende August sind spürbar leerer und günstiger.
- Hinterland wählen: Plätze am Bodden, am Achterwasser oder an Binnenseen haben länger freie Parzellen als Plätze am Außenstrand.
- Wochentage wechseln: Eine Anreise zwischen Montag und Donnerstag trifft auf mehr Abreisen als ein Samstag.
Die Nebensaison ist an der Ostsee die bessere Wahl für alle ohne schulpflichtige Kinder. Mai, Juni und September bringen lange Tage, freie Strände und niedrigere Preise. Das Wasser ist im Juni noch kühl, im September oft wärmer als im Frühsommer. Details zu Wetter und Wassertemperaturen stehen im Artikel Wann ist die beste Zeit für einen Urlaub an der Ostsee?
Welche Regeln gelten an Strand und Dünen der Ostsee?
An der Ostsee ist das Betreten der Dünen verboten, Strandzugänge sind nur über die markierten Wege erlaubt. Die Strand- und Badeordnungen der Gemeinden regeln zusätzlich Feuer, Zelten, Hunde und Wassersport. Verstöße gelten als Ordnungswidrigkeit und kosten Bußgeld.
Dünen sind an der Ostsee Küstenschutzanlagen. Sie schützen das Hinterland bei Sturmhochwasser, und der Strandhafer hält den Sand mit seinen Wurzeln fest. Jeder Trampelpfad öffnet dem Wind eine Angriffsfläche. Die Strandordnungen der Gemeinden, zum Beispiel in Karlshagen auf Usedom oder in Prerow auf dem Darß, verbieten deshalb das Betreten und Befahren der Dünenanlagen aus Küstenschutzgründen. Das gilt auch für das Ablegen von Strandmuscheln, Booten oder Fahrrädern in der Düne.
Übernachten am Strand ist nicht erlaubt, weder im Zelt noch im Schlafsack noch im Fahrzeug auf dem Strandparkplatz. Viele Parkplätze an der Küste sind nachts für Wohnmobile gesperrt und werden kontrolliert. Was beim freien Stehen in Deutschland und den Nachbarländern gilt, erklärt der Artikel Wildcamping in Europa: Was ist erlaubt und was nicht?
Offenes Feuer und Grillen sind an den meisten Stränden untersagt oder auf ausgewiesene Plätze beschränkt. An Steilküsten, etwa auf Rügen oder am Fischland, kommt die Abbruchgefahr dazu. Dort brechen nach Regen und Frost immer wieder Teile der Küste ab. Halte Abstand zur Kante oben und zum Hangfuß unten.
In den Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft und Jasmund gelten strengere Regeln als am Gemeindestrand. Wege dürfen nicht verlassen werden, die Kernzonen sind gesperrt, Drohnen und Lagerfeuer sind tabu. Achte außerdem auf die Beflaggung der Rettungstürme: Die rote Flagge bedeutet Badeverbot, auch wenn die Ostsee harmlos aussieht. Ablandiger Wind treibt Luftmatratzen und Stand-up-Boards schnell aufs offene Wasser.
Strandregeln sind Ortsrecht. Jede Gemeinde erlässt ihre eigene Strand- und Badeordnung, die Höhe der Bußgelder und die Zeiträume unterscheiden sich von Ort zu Ort. Die Angaben in diesem Artikel beschreiben die übliche Praxis an der deutschen Ostseeküste (Stand Oktober 2026). Verbindlich sind die Schilder an den Strandzugängen und die Satzung der Gemeinde, in der du Urlaub machst.

Wo darf der Hund an der Ostsee an den Strand?
Der Hund darf an der Ostsee in der Saison nur an ausgewiesene Hundestrände, meist von Mai bis September und oft an der Leine. Außerhalb der Saison geben viele Gemeinden den gesamten Strand für Hunde frei. In den Nationalparks gilt ganzjährig Leinenpflicht.
Fast jedes Ostseebad hat mindestens einen Hundestrand. Die Abschnitte sind an den Strandzugängen beschildert und liegen in der Regel am Rand des Hauptstrandes. An Textil- und Familienstränden sind Hunde in der Badesaison verboten. Die Zeiträume legt jede Gemeinde selbst fest, verbreitet ist der 1. Mai bis 30. September. Im Winterhalbjahr laufen Hunde an vielen Stränden frei, sofern die Strandordnung keine Leine vorschreibt.
Auf dem Campingplatz gelten eigene Regeln. Die meisten Plätze an der Ostsee nehmen Hunde auf, einige begrenzen die Zahl pro Parzelle, weisen eigene Hundebereiche aus oder schließen Hunde in der Hochsaison ganz aus. Fast überall gilt Leinenpflicht auf dem Gelände, dazu kommt eine Tagesgebühr. Im Verzeichnis findest du hundefreundliche Campingplätze gefiltert nach Ausstattung. Frag vor der Buchung nach der Entfernung zum nächsten Hundestrand, denn 3 Kilometer Fußweg mit Strandgepäck machen im Alltag einen Unterschied.
Salzwasser, Sonne und Sand belasten den Hund stärker als ein Tag am Badesee. Nimm Trinkwasser und einen Napf mit, damit der Hund kein Meerwasser säuft. Spül das Fell abends mit Süßwasser ab. Im Hochsommer bilden sich in flachen, warmen Buchten und im Bodden zeitweise Blaualgen, die für Hunde giftig sind. Die Gemeinden warnen dann per Aushang. Mehr zur Vorbereitung steht im Ratgeber Die wichtigsten Infos für Camping mit Hund.
Ruhiger als an den Seebädern ist es mit Hund an den Naturstränden auf Fehmarn, an der Boddenseite von Rügen und Usedom und an den langen Abschnitten zwischen den Orten. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft bleibt der Hund an der Leine, auch am Weststrand. Bodenbrüter und rastende Zugvögel reagieren auf frei laufende Hunde mit Flucht.
💬 Meine EinschätzungDie gängige Annahme lautet: Ostsee-Camping ist teuer geworden. Die Zahlen sagen etwas anderes. Mit 39 bis 43 Euro pro Nacht liegt die Küste nah am Bundesschnitt und weit unter Kroatien oder Italien. Überschätzt wird die erste Strandreihe. Sie kostet den höchsten Preis, ist am frühesten ausgebucht und bringt im August die engsten Parzellen. Ein Platz am Bodden oder Achterwasser mit dem Fahrrad zum Außenstrand ist für Paare und für Familien mit größeren Kindern die entspanntere Lösung. Unterschätzt werden die Nebenkosten: Kurabgabe, Hundegebühr und Strom machen bei zwei Wochen schnell 150 Euro und mehr aus. Wer frei in der Terminwahl ist, fährt im Juni oder September. Wer an die Ferien gebunden ist, bucht im Herbst davor und prüft Parzellengröße und Stornoregeln, bevor die Anzahlung rausgeht.
- Preis: 43 Euro pro Nacht in Mecklenburg-Vorpommern, 39 Euro in Schleswig-Holstein für zwei Erwachsene und ein Kind (PiNCAMP, Hochsaison 2026).
- Kurabgabe: 3 bis 4 Euro pro Erwachsenem und Tag in der Hauptsaison, bei zwei Personen und 14 Nächten rund 100 Euro.
- Reservierung: Für Juli und August sechs bis zehn Monate vorher buchen, Mindestaufenthalt und feste Anreisetage beachten.
- Nebensaison: Rund 20 bis 24 Prozent günstiger, dazu freie Strände im Mai, Juni und September.
- Dünen: Betreten verboten, Strandzugang nur über markierte Wege, kein Übernachten am Strand.
- Hund: In der Saison nur am ausgewiesenen Hundestrand, im Nationalpark immer an der Leine.
Häufige Fragen
Die Lübecker Bucht und die Südküste von Fehmarn eignen sich für Camping mit kleinen Kindern besonders gut. Die Sandstrände fallen flach ab, Rettungsschwimmer bewachen die Hauptstrände in der Saison, und Supermarkt, Arzt und Spielplatz liegen nah am Platz. Auf Usedom bieten die Orte zwischen Zinnowitz und Ahlbeck ähnliche Bedingungen bei längerer Anreise.
Die Kurtaxe ist im Stellplatzpreis in der Regel nicht enthalten. Der Campingplatz zieht die Kurabgabe im Auftrag der Gemeinde pro Person und Tag zusätzlich ein und weist sie auf der Rechnung getrennt aus. In den Seebädern liegt sie in der Hauptsaison meist bei 3 bis 4 Euro pro Erwachsenem. Kleine Kinder sind befreit, die Altersgrenze legt jede Gemeinde selbst fest.
Übernachten mit dem Wohnmobil direkt am Ostseestrand ist nicht erlaubt. Strände, Dünen und die meisten Strandparkplätze sind nachts für Camper gesperrt, die Ordnungsämter kontrollieren in der Saison regelmäßig. Legale Alternativen sind Campingplätze und ausgewiesene Wohnmobilstellplätze, die es in fast jedem Küstenort gibt. Einige Stellplätze liegen nur wenige hundert Meter hinter dem Deich.
Die Nebensaison auf Campingplätzen an der Ostsee umfasst in der Regel April bis Juni sowie September und Oktober, mit Ausnahme von Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten. Die genauen Saisonzeiten legt jeder Platz selbst fest. Laut PiNCAMP sinken die Preise in dieser Zeit in Mecklenburg-Vorpommern um rund 24 Prozent und in Schleswig-Holstein um rund 20 Prozent.
Für Fehmarn, Rügen und Usedom brauchst du keine Fähre. Fehmarn ist über die Fehmarnsundbrücke erreichbar, Rügen über Rügenbrücke und Rügendamm bei Stralsund, Usedom über die Brücken bei Wolgast und Zecherin. Die beiden Usedomer Brücken sind Klappbrücken und öffnen mehrmals täglich für Schiffe. Plane an Wechseltagen im Sommer zusätzliche Zeit für die Anfahrt ein.
