Geheimtipp: die heißen Quellen der Toskana
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Italien

Geheimtipp: die heißen Quellen der Toskana

Die heißen Quellen der Toskana sind ein absoluter Geheimtipp. Das Baden in der freien Natur mit den Farben, dem Gluckern und Plätschern des Wassers ist Erholung pur.

Die heißen Quellen von Saturnia

Die heißen Quellen von Saturnia befinden sich in der Gemeinde Manciano, in der Provinz Grosseto. Ein spektakulär schöner Ort ist die Therme Cascata del Mulino. Diese Quelle ist ein Instagram-Hotspot schlechthin. Sie wird von Regenwasser gespeist, das sich im Vulkan Monte Amiata sammelt in einer Tiefe von knapp 200 m.

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Obwohl der Vulkan seit viertausend Jahren erloschen ist, reicht seine Energie, um das Wasser auf 37 Grad zu heizen. Gleichzeitig löst das Wasser den Schwefel aus dem Boden. Ungefähr achthundert Liter Schwefelwasser sprudeln pro Sekunde an die Oberfläche. Aufgrund von Kalkablagerungen haben sich verschiedene Becken in unterschiedliche Höhe gebildet. So ergießt sich die Schwefeltherme wasserfallartig über mehrere Stufen. Das Wasser ist von einem wunderbaren milchigen Blau.

Das Baden ist kostenlos, Umkleidekabinen oder kostenlose Duschen gibt es hier nicht. In 1,5 km Entfernung gibt es einen Stellplatz für Campingwagen. Die Thermalquelle ist so beliebt, dass eigentlich immer Menschen vor Ort sind. Am Wochenende campieren die Einheimischen direkt an den Becken.

Bagni San Filippo

Ein paar Kilometer weiter in der Provinz Siena, am Fuße des erloschenen Vulkans Monte Amiata, befindet sich der ruhige Kurort Bagni San Filippo. Die Thermen hier haben sich auf Fango-Therapie in der Sonne spezialisiert. Fango ist ein besonderer Schlamm. Er ist vulkanischen Ursprungs und mit zahlreichen Mineralien angereichert und bekämpft Entzündungsherde im Körper.

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Guter Fango ist eine Kunst. Die Tonerde reift über ein halbes Jahr im Thermalbecken und wird immer wieder umgegraben. Algen, Schwefelbakterien und Mineralien des Thermalbeckens lagern sich ein. Für die Behandlung wird der Fango frisch aus dem 40° warmen Wasser geholt. Er trocknet direkt – unter der wärmenden Sonne – auf der Haut. So sollen die Substanzen besser absorbiert werden.

Der White Whale

Der Zugang zu den natürlichen heißen Quellen ist unbeschränkt und kostenlos für alle. An der größten und beliebtesten warmen Quelle befindet sich ein Highlight, der Fosso Bianco, auch White Whale genannt. Der riesige weiße Kalkfelsen wurde durch das mineralhaltige Wasser gebildet.

Bagni San Filippo
Fosso Bianco

Etwas unterhalb haben sich kleine Terrassen und unzählige kleine Pools gebildet. Hier sammelt sich das mineralhaltige, türkise Wasser und lädt zum Baden ein. Die verschiedenen Becken haben verschiedene Temperatur. Je weiter weg sie von der Quelle sind, desto kühler ist das Wasser. Der Platz ist sehr bevölkert, sowohl von Einheimischen als auch von Touristen.

San Casciano dei Bagni

Eingebettet in die typische toskanische Hügellandschaf liegt San Casciano ca. 60 kam von San Filippo entfernt. Gleich unterhalb des alten Bergdorfs liegt der natürliche Reichtum im Süden der Toskana, die heißen Quellen.

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In diesem Ort liegen Zukunft und Vergangenheit der Thermalquellen dicht beieinander. Schon die Römer in der Antike schätzten das warme Wasser, bauten Bassins und nutzten seine Heilkraft.

Kleine Bassins werden seit Jahrhunderten kostenlos von der einheimischen Bevölkerung genutzt. Wenn man im Sommer verschwitzt von den Feldern kam, wurde dort gebadet. Der Adel hingegen fuhr früher ans Meer.

Bei San Casciano befindet sich aber auch ein mondänes Luxusressort. Wohlhabende Urlauber können hier das Heilwasser, Wellness und Spa genießen.

Die Heilkraft des Wassers

Das Heilwasser ist reich an Schwefelsulfaten, Calcium, Magnesium und leicht radioaktiv. Die Wärme und die Mineralien wirken sich wohltuend auf Gelenke und Knochen aus und helfen bei

  • Arthritis
  • Rheuma
  • Osteoporose

Das Heilwasser beeinflusst die Haut und unterstützt bei

  • Wunden
  • Ausschlag

Die feuchten, warmen Dämpfe wirken sich positiv aus auf

  • Augenentzündung
  • Nasennebenhöhlen
  • Bronchien
  • Lunge
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Im 19. Jahrhundert wurde das stark salzhaltige Wasser auch getrunken und sollte wirken bei Krankheiten von

  • Magen
  • Darm
  • Leber

Die Heilbäder bieten heutzutage Massagen, Fangokuren, Lymphdrainage, oder Inhalationen – alles, was sich gut mit Wasser kurieren lässt. Generell wirkt das Heilwasser gegen Schmerzen und Entzündungen. Viele sind überzeugt, dass das Heilwasser nicht nur gut für die Gesundheit ist, sondern auch jung hält.

Trotz der positiven Wirkungen der Thermen, ist das heiße Wasser auch eine Belastung für den Organismus. Kreislauf und Blutdruck müssen gesund sein, sonst ist der Aufenthalt in der Thermalquelle nicht gesundheitsfördernd.

Der Ursprung der heißen Quellen

Der Sage nach entstanden die heißen Quellen, als Jupiter einen Blitz nach Saturn schleuderte. Der Blitz verfehlte sein Ziel und schlug stattdessen auf der Erde ein. Doch schon die alten Römer wussten, dass das warme Wasser mit dem Vulkanismus in der Toskana zusammenhängt.

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Die Toskana ist besonders reich an thermalen Quellen, denn sie hat eine besondere geologische Struktur. Im Bogen des Nordapennins steigt viel geothermische Wärme hoch, die vielen erloschenen Vulkane sind typisch. Im Verlauf der Gebirgsketten der Toskana befinden sich ausgedehnte, unterirdische Wassersysteme, die immer noch stark erwärmt werden. So speisen sie über das ganze Land verstreute Quellen.

Für die Einheimischen ist der Umgang mit dem Luxus des heilenden, warmen Nass alltäglich. Aber auch die schnell wachsende Tourismusindustrie hat es für sich entdeckt. Die heißen Quellen sind im Trend. Geologen suchen deshalb nach neuen, vielversprechenden Orten. Sie messen mit Kabeln die elektrischen Ströme und den Widerstand in der Erde. Ein niedriger Widerstand kann auf hochmineralisiertes Wasser hindeuten.

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Thermalquellen zu jeder Jahreszeit

Sommers wie winters kann man im warmen Wasser baden, sich unterhalten oder Pläne schmieden. Am schönsten sind die Quellen zur Winterzeit, wenn der Wasserdampf und der winterliche Nebel der Toskana eins werden. Manche Besucher sind jedoch mit dem Geruch des Schwefels überfordert.

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